Kinderporno: Child Focus kritisiert "träge Justiz"

Das Kindersuchwerk Child Focus ruft Polizei und Justiz in Belgien dazu auf, rascher vorzugehen, wenn es um Fälle von Kinderporno oder Pädophilie geht. Ein Beitrag in der VRT-Magazinsendung „Panorama“ beschrieb an Sonntagabend den Fall eines einschlägig Verdächtigen, der seit 2012 auf freiem Fuß ist und seiner Neigung einfach weiter folgt.

Bei dem von „Panorama“ gezeigten Fall handelt es sich im einen belgischen Geschäftsmann, der seit 2012 unter dem Verdacht steht, Minderjährige sexuell missbraucht zu haben. Der Mann war bereits verhaftet, wurde jedoch wieder freigelassen.

Heidi De Pauw, CEO von Child Focus (kl. Foto), warf der Justiz am Montagmorgen in einer Reaktion gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion vor, ihre Arbeit ad absurdum zu führen: „Die Trägheit der Justiz hält uns zum Narren. Wir sind in Belgien schon daran gewöhnt, dass die Justiz träge in Gang kommt und dass Prozesse erst nach Jahren beginnen. In solchen Fällen ist das zum Himmel schreiend.“

Nach Ansicht von Child Focus-CEO De Pauw nutzen einige Pädosexuelle das so genannte „Darknet“, ein schwer zugängliches System im Internet, oder andere neue Technoligien. Hier müssten Polizei und Justiz nachrüsten, um Verdächtigen auf die Schliche zu kommen.

Freigelassener Kinderschänder

„Panorama“ beschreibt den Fall eines in Belgien Kinderporno, Kindesmissbrauchs und der Pädophilie verdächtigten Geschäftsmannes, dessen Prozess vier Jahre nach seiner Verhaftung jetzt beginnen soll. Der Mann wurde allerdings unter Auflagen schon 2012 wieder freigelassen und ging seiner Neigung weiter nach. Bekannt ist, dass der Mann kinderpornografisches Material im Ausland herstellen ließ und weiter verbreitete. Bekannt ist auch, dass er selbst in Kambodscha und auf den Philippinen Kinder missbrauchte.

Wird ein Kinderschänder in Belgien verurteilt, sind die Strafen meist sehr drastisch. Unlängst wurde ein Mann in Gent zu 10 Jahren Haft verurteilt, weil er Kinderporno im Internet suchte und entsprechendes Material auf seinem Computer gespeichert hatte. Selbst hatte er sich dabei nie an Kindern vergriffen, wie Child Focus dazu meldete. Doch bis es zu einem Prozess kommt, vergehen in Belgien meist Jahre.