VRT-Opel-Reportage: Erste Reaktionen

Die VRT-Reportage zu vermeintlichen Software-Anpassungen an bestimmten Modellen des Opel-Typs Zafira sorgt für Reaktionen. Am Rande des Brüsseler Autosalons ergreift der Verband der belgischen Automobilindustrie Febiac Partei für den Autobauer. Bei der europäischen Lobbygruppe Transport & Environment stellt man sich indessen Fragen.

Bei Febiac ist man der Ansicht, dass sich Opel in Zusammenhang mit den im VRT-Auftrag getesteten Zafira-Tourer-Modellen mit 1,6 Dieselmotor nichts zu Schulden hat kommen lassen. In der VRT-Reportage wurde festgestellt, dass zwei Zafiras nach Werkstattaufenthalten bei offiziellen Opel-Händlern weniger Schadstoffe ausstießen und dabei auch Leistung preisgeben mussten - ohne, dass die Besitzer davon auf der Höhe waren.

Febiac-CEO Joost Kaesemans glaubt den Ausführungen von Opel-Belgien-Importeur Michel Retour, nach denen es keine systematischen und verborgenen Software-Anpassungen gegeben habe: „Ich kann mich nur auf das berufen, was Opel sagt: ‚Wir haben keine Anpassungen an der Motorsteuerung vorgenommen.‘ Das ist das eine. Andererseits ist natürlich auffallend, dass in einem Fall sehr viel gemessen wurde und im anderen Fall etwas weniger. Dazu liegt im Augenblick keine Erklärung vor.“

"Unglaublich!"

Bei der Europäischen Lobbygruppe Transport & Environment, die sich für umweltfreundlichere Straßenfahrzeuge einsetzt, stellt man sich hingegen nach der VRT-Reportage schon Fragen. Deren Brüsseler Mitarbeiter William Todts hält es für unglaublich, dass nur wenige Monate nach dem Ausbruch von VW-Dieselgate erneut ein Autohersteller versucht, durch Software-Anpassungen bessere Emissionswerte zu erreichen:

„Besonders krass ist, dass man über ein kleines Software-Update eine so große Verbesserung erreichen kann. Dann stellt man sich die Frage, warum die das nicht von vorne herein gemacht haben. Das wird nur dann besser, wenn strengere Normen mit einer besseren Kontrolle einhergehen. Es ist Sache der nationalen Behörden und deren Verkehrsverwaltung, zu kontrollieren, dass Fahrzeuge, die dort umherfahren, auch die Normen respektieren.“

"Superehrlich"

Todts erinnert daran, dass diese Normen nicht freiwillig sind. Dies seien Normen, die gelten, um unsere Gesundheit zu verbessern und zu beschützen: „Wir müssen also nicht nur von den Autoherstellern erwarten, dass sie superehrlich sind, sondern wir müssen auch von unseren Ministern und Behörden erwarten, dass diese dafür sorgen, dass die entsprechenden Gesetze eingehalten werden.“