600.000 Tonfiguren für 600.000 Opfer 1. Weltkrieg

600.000 Figuren aus Ton werden für ein großes Landschaftskunstwerk im Westhoek benötigt, um des Ersten Weltkriegs zu gedenken. Etwa die Hälfte davon wird von Besuchern in Werkstätten in Ypern und Nieuwpoort angefertigt. Damit die große Zahl jedoch bewältigt werden kann, ist auch eine Massenanfertigung nötig. Die wird unter anderem über die geschützte Beschäftigung garantiert.

Drei Mitarbeiter der Behindertenwerkstatt Waak werden ab dem heutigen Dienstag zwei Jahre lang Figuren in der Ziegelei von Wienerberger in Aalbeke herstellen. 200.000 der insgesamt 600.000 Figuren für das I. Weltkriegsprojekt werden also durch ihre Hände gehen. Der Koordinator des Projekts, Jan Moeyaert, betonte in der VRT hierzu, dass man nach der Testphase festgestellt habe, dass mittlerweile mindestens 700 Figuren pro Tag in der Werkstatt hergestellt würden.

"ComingWorldRememberMe" heißt das Kunstprojekt, das im Rahmen des Gedenkens zum Ersten Weltkrieg auf die Beine gestellt wird. Die Partner Wienerberger und Waak haben an diesem Dienstag ihre Pläne hierzu vorgestellt. Die Figuren werden 2018 auf das Provinzgut De Palingbeek gemeinsam mit weiteren 400.000 Formen gelegt.

"ComingWorldRememberMe" ist ein Figurenprojekt der Künstler Jan Moeyaert und Koen Vanmechelen. Sie sind von der Provinz Westflandern im Rahmen des Gedenkprojekts GoneWest gebeten worden, eine Landschaft zu bilden.

Die Idee ist, 600.000 Figuren als Symbol für die Kriegsopfer, die es auf belgischem Boden gegeben hat, anzufertigen. Sie werden dann im letzten Jahr des Gedenkens, 2018, im Niemandsland in Zillebeke aufgestellt.

Bei dem Projekt handelt es sich zunächst um ein partizipatives Projekt. Jeder der möchte, kann eine Figur in einer der mobilen oder festen Werkstätten des Projekts anfertigen. "Wir sind jedoch nicht so naiv gewesen zu denken, dass auf diese Weise 600.000 Figuren zustande kommen. Derzeit haben 80.000 Menschen eine Patenschaft für eine Figur übernommen. Wir haben also auch nach Alternativen gesucht", so Moeyaert gegenüber der Presseagentur Belga noch.

Waak und Wienerberger tragen mit der Lösung für 200.000 Figuren zum Projekt bei.