Deutsche Umwelthilfe fordert amtlichen Rückruf für Opel Zafira Diesel-Pkw

Nach der Ausstrahlung der VRT-Reportage über u.a. extrem hohe umweltschädliche Emissionen beim Opel Zafira Diesel am gestrigen Montag, hat die Deutsche Umwelthilfe am heutigen Dienstag wissen lassen, dass sie einen Widerruf der Typgenehmigung für dieses Modell wegen zu hoher Stickoxid-Emissionen beantrage. Weitere Messungen an verschiedenen Opel Zafira Diesel-Pkw hätten die von der DUH erstmals im Oktober 2015 gemessenen hohen Stickoxid-Emissionen bestätigt. Das Kraftfahrt-Bundesamt solle sicherstellen, dass neben dem Entzug der Typgenehmigung, anstelle der von Opel geplanten "freiwilligen Serviceaktion", ein amtlicher Rückruf erfolge, heißt es in der Pressemitteilung der DUH am Dienstag.

Die DUH denkt offenbar an eine Rückrufaktion nach dem Vorbild der französischen Umweltministerin Ségolène Royal, die den Rückruf von mehr als 15.000 Renault-Diesel Pkw wegen zu hoher NOx-Emissionen am heutigen Dienstag bekannt gab.

Bereits am 23. Oktober 2015 sei das Kraftfahrt-Bundesamt erstmals über Messergebnisse mit stark erhöhten NOx-Emissionen sowie sonstige Auffälligkeiten beim Opel Zafira Diesel-Pkw informiert worden, heißt es in der Pressemitteilung der DUH. Zwischenzeitlich hätten zudem weitere Messungen an mehreren unterschiedlichen Zafira-Fahrzeugen durch die DUH sowie Fernsehsender in Deutschland (ARD-Monitor), Großbritannien (BBC) und ganz aktuell am 18.1.2016 durch das öffentlich-rechtliche flämische Fernsehen VRT (http://deredactie.be/cm/vrtnieuws.deutsch) stattgefunden. Sie alle belegten "extrem hohe NOx-Emissionen im realen Fahrbetrieb beziehungsweise bei geringfügigen Veränderungen der Prüfsituation im Labor."

Das Kraftfahrzeug-Bundesamt müsse "nun sicherstellen, dass keine Diesel-Pkw mehr verkauft werden, die die gesetzlichen Vorgaben nicht einhalten. Zudem muss die von Opel geplante Veränderung der Motorsoftware auf die Einhaltung der rechtlichen Vorgaben hin überprüft werden, um sicherzustellen, dass die betroffenen Fahrzeuge auf der Straße eine funktionstüchtige und somit die giftigen Diesel-Abgase herausfilternde Emissionsminderungsanlage erhalten", heißt es in der Mitteilung weiter. Dazu gehöre auch die Beseitigung weiterer von der DUH festgestellter Mängel. Hierfür halte die DUH einen Entzug der Typgenehmigung, jedenfalls aber einen behördlich verfügten amtlichen Rückruf für notwendig.

Nur auf diese Weise erhielten die betroffenen Fahrzeughalter ausreichende Rechtssicherheit bezüglich der Folgen eventueller Änderungen bei den Leistungs-, Verbrauchs- und/oder Schadstoffemissionswerten, betonte die DUH noch.