Belgiens Asylbehörde will Radikalisierung vorbeugen

Fedasil, die belgische Behörde, die sich u.a. um die Verwaltung von Flüchtlings- und Asylbewerberzentren kümmert, arbeitet an einem Programm, mit dem einer eventuellen Radikalisierung in diesen Einrichtungen vorgebeugt werden soll. Die Mitarbeiter der Flüchtlingsheime sollen Kursen folgen, um eventuell auftretende Probleme frühzeitig erkennen zu können.

Fedasil verwaltet alle 90 Auffangzentren für Flüchtlinge und Asylbewerber in unserem Land. Die Behörde ist demnach für die rund 33.000 in Belgien registrierten Flüchtlinge zuständig. Die Asylbehörde startet nach einem Programm zur Sexualerziehung für die hier aufgenommenen Personen auch ein Kursangebot in Sachen Radikalisierung, dem die rund 900 Mitarbeiter folgen sollen.

Die Kurse sind in zwei Bereiche aufgeteilt und sollen praktischer Natur sein. Es geht hier vornehmlich zum einen um das Erkennen von Radikalisierung und zum anderen um die entsprechende Vorbeugung. Diese Kurse werden von Fachleuten gegeben: Von Juristen, von Vertretern des Staatsschutzes und von Radikalisierungsbeauftragten, die derzeit in der Region Brüssel-Hauptstadt und im nahegelegenen Vilvoorde in Flämisch-Brabant tätig sind.

Nach Ansicht von Fedasil liegen derzeit keine Erkenntnisse vor, die auf Radikalisierung von jungen Moslems in den belgischen Asylzentren hinweisen, vor. Aber, man wolle auf alle Möglichkeiten vorbereitet sein und in diesem Zusammenhang präventiv vorgehen.

Jean-Pierre Luxen, der Generaldirektor von Fedasiel sagte gegenüber einigen belgischen Tageszeitungen, dass seine Mitarbeiter häufig Fragen zu diesem Thema haben: „Dabei geht es um das Zusammenleben in den Asylzentren, z.B. darum, wie man mit dem Ramadan umgehen soll. Wichtig ist, dass wir und gegen eventuelle Probleme wappnen, um diese lösen zu können.“