Doel: Inspektion soll Niederländer beruhigen

Die niederländische Umweltministerin Melanie Schultz hat am Mittwochmorgen gemeinsam mit Belgiens Innenminister Jan Jambon (N-VA) und Energieministerin Marie-Christine Marghem (MR) an einer Inspektion des Kernkraftwerks Doel bei Antwerpen (Foto) beigewohnt. Veraltete und schadhafte Kernreaktoren sorgen in den nahegelegenen Niederlanden für Beunruhigung gegenüber der Sicherheit von Doel.
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Die Sicherheit der belgischen Kernreaktoren von Doel bei Antwerpen unweit der niederländischen Grenze sorgen nicht nur im Inland für Sorgen, sondern auch in den Niederlanden. Jetzt nahm die niederländische Umweltministerin Melanie Schultz an einer Inspektion des Kraftwerks teil. Zum ersten Mal wurde eine solche Inspektion mit niederländischen Teilnehmern organisiert. Belgien und Frankreich inspizieren schon länger gegenseitig ihre Kernkraftwerke.

Ziel dieser ersten Inspektion mit den Niederländern war nachzuschauen, inwiefern Kraftwerksbetreiber Electrabel Lehren aus der Atomkatastrophe von Fukushima 2011 gezogen hat. Während der Inspektion, die von auffallend vielen internationalen Journalisten beobachtet wurde, demonstrierten vor dem Kraftwerk rund 200 Bewohner der grenznahen niederländischen Bergen-op-Zoom für die Schließung des Kraftwerks.

Solche Forderungen stellte die niederländische Umweltministerin nicht. Sie gab nach der Inspektion an, den Kontrollbehörden zu vertrauen. Würden sich allerdings weitere große Probleme erweisen, wäre sie die erste, die eine Schließung fordern würde.

Schließung von Tihange gefordert

Inzwischen hat der Stadtrat von Maastricht im Süden der Niederlande, nur 40 km vom Kernkraftwerk Tihange bei Lüttich entfernt, beschlossen, vor Gericht zu ziehen, um die Schließung dieses Kraftwerks zu erreichen. Maastricht schließt sich damit einer Klage der StädteRegion Aachen an. Diese Region an der Grenze zu Belgien in Nordrhein-Westfalen will ebenfalls eine Schließung von Tihange erreichen.