Anonymer Opel-Händler geht von heimlichem Software-Upgrade aus

Ein anonymer Opel-Händler hat der VRT gegenüber seinen Verdacht geäußert, dass der Autobauer die Software des Zafira 1,6 mit Dieselmotor insgeheim verändert, um das Auto umweltfreundlicher zu machen. Der Mann sagte dem Fernsehkollegen Luc Pauwels, dass er davon ausgehe, dass Opel bewusst die Software abgeändert habe. Die Händler würden nicht erfahren, warum sie ein Update der Software durchführen müssten.

Der Mann hat mit der VRT-Redaktion Kontakt aufgenommen, nachdem er am Montag die Reportage über die Softwareanpassungen bei Opel gesehen hatte. "Ich unterstreiche, dass die Händler nichts dafür können", sagte er. "Sie versuchen nur, ihre Arbeit gut zu machen."

Trotzdem stellt er sich Fragen zum Zeitpunkt des Software-Updates, zu dem die Händler den Auftrag erhalten haben - seit Ende Oktober. Dies war also kurz nach dem Dieselgate-Skandal beim Konkurrenten Volkswagen.

"Das wird automatisch auf unseren Arbeitsbefehl hin eingeladen. Normalerweise steht dabei, zu welchem Zweck das ist, aber dieses Mal stand einfach nur dabei, "motor ECU updaten"", sagt der Mann. Er ist formal: "Das kommt natürlich zentral gesteuert aus Deutschland. Denn alles, was wir einladen, kommt direkt aus Deutschland."

"Ich gehe davon aus, dass sie bewusst die Software verändert haben", heißt es noch. Der Händler sagt nicht explizit, dass die Software in der Tat geupdated wird, um den Ausstoß weniger umweltschädlich zu machen, aber er ist erstaunt über das merkwürdige Timing.

Die Reaktion von Opel, in der Opel alles auf einen Marderschaden bei einem der beiden von der VRT getesteten Fahrzeuge zurückführt und bei einem zweiten getesteten Auto auf neun Softwarefehler, hält der Mann für unglaubwürdig. Das Problem, das der Fernsehkollge Luc Pauwels am Montag kritisierte, bleibe ihm zufolge bestehen.