Minister schickt Wirtschaftsinspektion zu Opel Belgien

Belgiens Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verbraucherschutz, der flämische Christdemokrat Kris Peeters, will, dass eventuelle Software-Updates bei dem Autobauer Opel untersucht werden. Das hat die VRT aus vertraulicher Quelle erfahren. Der Wunsch Peeters nach näheren Nachforschungen ist infolge einer Enthüllungsreportage in den VRT-Nachrichten, die Anfang der Woche ausgestrahlt wurde, laut geworden.
BELGA/DIRKX

Eine Untersuchung der VRT ergab, dass die Emissionen von zwei Opel Zafiras stark sanken, nachdem sie in der Werkstatt waren. Es scheint, als seien in der Werkstatt heimlich Software-Updates durchgeführt worden, um die Emissionswerte - die vorher viel höher waren - zu senken.

Der Verbraucherminister Peeters hat Anfang der Woche bereits um eine Erklärung an höchster Stelle bei Opel gebeten. Opel streitet jedoch alles ab. Ihnen zufolge habe es kein mysteriöses Update gegeben und seien die beiden besagten Autos wohl einfach nur defekt gewesen.

Doch am gestrigen Donnerstag hatte ein Opel-Händler anonym ausgesagt, er könne sich vorstellen, dass hier ein Upgrade durchgeführt worden sei, um die Emissionen zu senken. Sogar die Händler seien ahnungslos. Sie hätten nämlich nur den  Anweisungen Folge geleistet, ein Upgrade durchzuführen, allerdings hätten sie dieses Mal nicht erkennen können, zu was genau der Upgrade diente.

Peeters will Klarheit

Diese neue Erklärung hat Peeters dazu bewegt, die Wirtschaftsinspektion einzuschalten. Sie soll nun Nachforschungen bei General Motors Belgium - dem belgischen Importeur von Opel - und mehreren Händlern anstellen.

In einem Brief betonte Peeters, dass er wissen wolle, welche Anordnungen Opel Belgien aus Deutschland empfangen habe, ob tatsächlich Updates vorgesehen seien und welche Informationen der Kunde bekomme. Er fordert auch, dass die Logbestände mit Daten über die Software untersucht werden.

"Ich möchte, dass dieser Untersuchung Vorrang eingeräumt wird, so dass ich sehr schnell über die Ergebnisse verfüge", heißt es in dem Brief.