Strengere Auflagen bei Absetzbarkeit von Berufskosten

Die Regierungspartei CD&V (flämische Christdemokraten) will sich für strengere Auflagen bei der Absetzbarkeit von Berufsunkosten durch Firmen einsetzen. Letztes Jahr entschied der Kassationshof, dass auch Berufsunkosten abgezogen werden dürfen, die nicht direkt betriebsbedingt sind.

Die CD&V wolle deshalb die Gesetzgebung wieder verschärfen, so der CD&V-Fraktionsführer im Parlament, Servais Verherstraeten. Er arbeitet mit mehreren Kollegen an einem entsprechenden Gesetzesvorschlag und fordert, dass nur Berufsunkosten abgesetzt werden dürfen, die firmenbezogen seien. Dazu gehörten zum Beispiel keine Immobilien, die über irgendeine Firma gekauft würden.

"Derzeit kann ein Chirurg aus Hasselt, dem eine Gesellschaft gehört, über die er ein Appartement in Knokke kauft, die Kosten abziehen. Das war früher nicht möglich. Zu diesem ursprünglichen Zustand wollen wir zurück", so Verherstraeten. Wenn der Chirurg allerdings Patienten in seinem Appartement in Knokke empfange, stehe das in Zusammenhang mit der Ausübung seines Berufes und dann dürfe er die Kosten von der Steuer abziehen.

Falls es keine einzige Verbindung der Immobilie zu seiner Berufsausübung gebe, wolle die CD&V, dass die Kosten künftig nicht mehr abgezogen werden können, betonte Verherstraeten.

Servais Verherstraeten hofft auf die Zustimmung von Finanzminister Johan Van Overtveldt (N-VA). Dessen Kabinett befasst sich derzeit mit diesem Thema.

Der liberale Außenminister Didier Reynders (MR) hat inzwischen auf den Vorstoß reagiert: "Wenn die Absetzbarkeit von Berufsunkosten beschnitten wird, müssen im Gegenzug die Steuern für Selbstständige und Unternehmen gesenkt werden", sagte der Vizepremier gegenüber dem VRT-Radio an diesem Freitag.