Brüssel: Stefania-Tunnel bleibt ein Jahr lang dicht

Der Stefania-Tunnel zwischen der Louizalaan und dem Poelaert-Platz am kleinen Innenstadt-Ring in Brüssel bleibt noch mindestens ein Jahr lang gesperrt. Vor einigen Tagen wurde der Tunnel für den Verkehr geschlossen, nach dem Schäden am Stahlbeton in der Tunneldecke festgestellt wurden. Offenbar ist das Problem weitaus größer, als bisher angenommen.

Der Stefania-Tunnel im Brüsseler Stadtzentrum wurde vor einigen Tagen in beiden Fahrtrichtungen gesperrt, nach dem bei Kontrollen Risse in der Tunneldecke entdeckt wurden. Aus dem Plafond können Betonstücke abbrechen, was ein Risiko für den Autoverkehr darstelle, so die Begründung. Wie lange die Reparaturarbeiten dauern, ist noch nicht abzuschätzen.

Derzeit werden alle Brüsseler Straßentunnel auf Betonschäden überprüft, denn auch im Rogier-Tunnel in der Nähe des Brüsseler Nordbahnhofs an der Koningslaan wurden unlängst Schäden entdeckt. Dies übrigens nach dem ein durch den Tunnel fahrendes Auto von herabfallenden Betonteilen beschädigt wurde.

„Mobil Brüssel“ meldet zur Sperrung des Stefania-Tunnels, dass weite Teile der Tunneldecke teilweise handwerklich angetragen werden müssen. Dies wird offenbar lange Zeit in Anspruch nehmen, denn dazu müssen die Beleuchtungen, einige Glasfaserkabel und das Brandmeldesystem entfernt werden.

„Mobil Brüssel“ rät dazu, dass der Transitverkehr das Louiza-Viertel meiden solle und via Wetstraat, Beliardstraat oder dem Brüsseler Süd/Midi-Bahnhof ausweichen kann. Brüssel rät zudem, auf das Auto zu verzichten und auf die öffentlichen Verkehrsmittel zu setzen.

"Mobilitätspolitik nichts wert"

Danny Smagghe (Foto), der Sprecher des belgischen Automobilclubs Touring, wirft der Brüsseler Regionalregierung in Zusammenhang mit den Sicherheitsproblemen in den Straßentunneln Versagen vor:

„Die Mobilitätspolitik von Brüssel ist nichts wert. Sie ist das Resultat der Inkompetenz von mehreren aufeinanderfolgenden Regierungen, die es versäumt haben, die für Mobilität und Infrastruktur nötigen Mittel freizumachen.“

Touring fordert für die belgische Hauptstadt mehr P+R-Parkplätze, entsprechende Anschlüsse an den öffentlichen Nahverkehr aus dem direkten Umland und das aufeinander Abstimmen des Brüsseler Ampelsystems.