Junge verschwindet in einem reißenden Bach

Am Samstagnachmittag kam es in Tihange bei Huy in der Provinz Lüttich zu einem dramatischen Vorfall. Ein reißender und über die Ufer getretener Bach riss in seinem Sog einen 12 Jahre alten Pfadfinder mit. Eine Begleiterin, die ihn zu retten versuchte, wurde ebenfalls mitgerissen, konnte jedoch nach Stunden entdeckt werden. Von dem 12jährigen fehl jede Spur.

Taucher, Feuerwehr und Polizei suchen auch am Sonntag noch verzweifelt nach dem Pfadfinderjungen, der am Samstagnachmittag im reißenden Bach ‚L’homme sauvage‘ verschwand. Die lokalen Behörden riefen zudem den regionalen Katastrophenplan aus.

Der Bach hatte sich durch die Schneeschmelze in einen reißenden Fluss verwandelt. Eine Pfadfinderleiterin hatte noch versucht, den Jungen zu retten, wurde dabei aber ebenfalls mitgerissen. Sie konnte Stunden später verletzt aber außer Lebensgefahr aus einem Abwasserkanal gerettet werden, wo sie sich an eine Eisenleiter geklammert hatte.

Sie gab gegenüber der Polizei an, den Jungen kurz vor ihrer Bergung noch gesehen zu haben, doch die weitere Suche blieb erfolglos. In der Nacht musste die Suche aus Sicherheitsgründen abgebrochen werden. Sie wurde aber am frühen Sonntagmorgen wieder aufgenommen.

Dramatische Umstände

Die Ermittlungen ergaben, dass vielleicht nicht nur die Schneeschmelze den Bach über seine Ufer treten ließ. Die Tatsache, dass das Ganze so schnell ablief - mehrere Straßen und Keller wurden überflutet - lässt darauf schließen, dass auch ein Dammbruch an einem Weiher oder ein verstopfter Abwasserkanal die Lage in Tihange noch zusätzlich verschärfte.