Schengen bleibt auch in Belgien in der Diskussion

Auch in Belgien bleiben die Themen Flüchtlingskrise und Schengen-Zone in der Diskussion. In der sonntäglichen VRT-Talksendung „De zevende dag“ sprachen Europapolitiker aus dem belgischen Bundesland Flandern über diese Angelegenheit. Dabei wurde einmal mehr deutlich, dass Griechenland in dieser Hinsicht weiter unter Druck bleibt.

Auch hierzulande sind sich die meisten politischen Parteien einig, wenn es um das Eindämmen der Flüchtlingsströme in Richtung Europa geht: Die EU-Außengrenzen müssen besser bewacht werden und EU-Mitgliedsländer, die keine oder kaum Flüchtlinge aufnehmen wollen, müssen dafür sanktioniert werden. Am Montag treffen sich die Innenminister der Europäischen Union zu Gesprächen zur Bildung einer europäischen Grenzwacht in Amsterdam.

Diese Grenzwacht soll dafür sorgen, dass wir weiter frei innerhalb der Schengen-Zone reisen können. Auch der flämische Christdemokrat und EU-Abgeordnete Ivo Belet (CD&V - kl. Foto)) ist der Ansicht, dass diese Grenzwacht diese Aufgabe von jenen Ländern übernehmen soll, die das nicht leisten wollen oder können:

„Es wird ein enormer Druck auf die Griechen geben, um dafür zu sorgen, dass sie diese Grenzwacht an ihren Grenzen zulässt. Heute haben sie Probleme mit ihrer eigenen Grenzpolizei und damit, ihre eigenen Grenzen überhaupt bewachen zu können. Doch auch das Übertragen dieser Aufgabe an die Europäische Union ist für sie ein Problem. Das ist auch logisch. Kein Land tut das gerne. Doch dies auf europäischer Ebene zu organisieren, ist die einzige gute Lösung und bedeutet einen wichtigen Wendepunkt.“

Kleinere Schengenzone?

Sander Loones (Foto), Europaparlamentarier der flämischen Nationaldemokraten N-VA, kann sich bereits seit längerem eine kleinere Schengen-Zone vorstellen:

„Wir sollten die Naivität hinter uns lassen. Ich saß vor einigen Monaten auf dem gleichen Stuhl, wie Kollege Belet jetzt und muss hören, dass der jetzt einen Teil meiner Vorschläge übernimmt und zwar in dem Sinne, dass ich schon damals für eine kleinere Schengen-Zone plädierte. Schengen würde ohne Griechenland eine stärkere Zone sein. Ich höre ihn jetzt sagen, dass wir Griechenland maximal unter Druck setzen müssen, damit die Griechen endlich ihre Verantwortung übernehmen. Aber wenn wir nicht begreifen, dass das die ultimative Sanktion ist, dass die Griechen Schengen verlassen, dann werden wir dieses Land niemals überzeugen.“