Wieder Zwischenfall im Reaktor Tihange 2

Der Meiler Tihange 2 im gleichnamigen Kernkraftwerk bei Huy in der Provinz Lüttich läuft derzeit einmal mehr mit verringerter Kapazität. Grund dafür ist ein Wasserleck im nicht-atomaren Teil der Anlage. Das Leck wurde am Sonntagmorgen festgestellt und sogleich gemeldet.Inzwischen macht die linke Opposition in Flandern weiter Stimmung gegen das Kernkraftwerk von Doel.

Gegen 10h45 am Sonntagmorgen wurde im nicht-nuklearen Bereich des Reaktors Tihange 2 ein Wasserleck festgestellt. Sofort wurde die Kapazität des Meilers gedrosselt, damit die Reparaturarbeiten rasch vorangehen können, wie die Transparenz-Webseite von Engie, das Mutterhaus von Kraftwerksbetreiber Electrabel, meldete. Wann der Reaktor wieder mit voller Kraft arbeiten kann, ist noch unklar. Bei Electrabel ist die Rede von Montag oder Dienstag.

Tihange 2 ist einer der beiden Reaktoren, die trotz Haarrissen in der stählernen Ummantelung der Anlagen nach rund 20 Monaten Stillstand wieder ans Netz gingen. Inzwischen drängen die nahegelegenen Städte Aachen in Nordrhein-Westfalen und Maastricht in Niederländisch-Südlimburg auf eine Schließung des Kernkraftwerks. Sie halten die gesamte Anlage für veraltet und marode und jeder auch noch so kleine Zwischenfall gießt hier weiteres Öl aufs Feuer.

Grüne und Sozialisten gegen Doel

Flanderns Grüne (Groen) wollen mit ihrer Kampagne „Wir schließen Doel“ die Menschen dazu bringen, auf alternative Stromquellen umzuschalten. Damit will die Partei deutlich machen, dass das Wiederhochfahren der veralteten Meiler Doel 1 und 2 im gleichnamigen Kernkraftwerk bei Antwerpen eigentlich nicht nötig ist und nur für Überkapazitäten sorgt. Nicht zuletzt würde diese Überkapazität dafür sorgen, dass Produzenten von Elektrizität aus erneuerbaren Quellen (Sonne, Wind, Wasser, Erdwärme…) aus dem Markt gedrängt würden bzw. das in solche Unternehmen kaum noch gewinnbringen investiert werde.

Die flämischen Sozialisten (SP.A) hauen in die gleiche Kerbe. Sie sind der Ansicht, dass die Laufzeitverlängerung von Doel 1 und 2 der in Flandern geführten Regierungspolitik wiederspreche, denn hier solle dich die Produktion von alternativen Energiequellen unterstützt werden. Die SP.A verlangt in diesem Zusammenhang von der flämischen Landesregierung, sie solle im Parlament einen Antrag auf Interessenkonflikt gegen den Beschluss der belgischen Bundesregierung, diese Laufzeitverlängerung um 10 Jahren zu gewähren, stellen.