Säure-Attentäter muss vor Strafgericht

Der Mann, der des Säureattentats auf eine Putzfrau eines Delhaize-Supermarktes verdächtigt wird, muss sich vor einem Strafgericht verantworten. Das hat die Ratskammer in Brüssel beschlossen. Es wird also zu keinem Verfahren vor einem Schwurgericht kommen, wie das das Opfer gefordert hatte.

Der Mann wird sich vor einem Strafgericht wegen versuchten Mordes an Marina Tijssen und wegen Erpressung verantworten müssen. Das Opfer hatte hingegen gefordert, dass der Täter vor ein Schwurgericht gestellt wird.

Ine Van Wymersch von der Brüsseler Staatsanwaltschaft erklärte den Entschluss der Ratskammer wie folgt: "Wenn er sich wegen Mordversuches verantworten muss, bedeutet das eigentlich, dass der Ratskammer ausreichend Elemente vorliegen, die darauf hinweisen, dass er den Säureanschlag vorbereitet hat und dass er damit das Opfer hätte töten können."

Die Staatsanwaltschaft habe gefordert, dass sich der Mann auch noch wegen Folter verantworten müsse, so Van Wymersch weiter. Das wiederum bedeute, dass man davon ausgehe, dass er nicht die Absicht gehabt habe, jemanden zu töten. 

"Die Ratskammer hat jedoch anders darüber entschieden. Wir werden uns noch heute beraten, ob wir in Berufung gehen oder nicht", so die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Van Wymersch.

Auch der Anwalt des Opfers, Kris Luyckx, denkt darüber nach, in Berufung zu gehen. Er wird sich in dieser Sache mit seiner Mandantin beraten.