Brügge bibbert: Löwen hat bald 100.000 Einwohner

Wenn die flämisch-brabantische Universitätsstadt Löwen die Zahl von 100.000 Einwohnern erreicht, verliert die weltberühmte westflämische Stadt Brügge (Foto) einen Teil ihrer Zuschüsse aus dem Gemeindefonds. Brügge muss sich dann die Zuschüsse für sie so genannten Städte der 2. Kategorie, Städte mit über 100 Einwohner, mit Löwen teilen. Dabei geht es um nicht weniger als 17 Mio. €.

Am Stichtag 1. Januar 2015 zählte Löwen (kl. Foto) fast 98.500 Einwohner. Das bedeutet, dass die 100.000er-Marke in Sicht ist. Und diese Marke hat für Brügge aus finanzieller Sicht eine besondere Bedeutung, geht es dabei doch um Zuschüsse in Höhe von 17 Mio. €. Die Sache landete jetzt auch im flämischen Landesparlament, denn zwei Abgeordnete der flämischen Liberalen Open VLD, Rik Daems aus Löwen und Mercedes Van Volcem aus Brügge, stellten der Landesministerin für Inlandsverwaltung, Lisbeth Homans (N-VA), die Frage, wie man in diesen Falle verfahren wolle.

Der Vorgang liegt derzeit in Händen der Studienabteilung des Landesparlaments, denn die Sachlage ist kompliziert und kann für beide Städte von Nachteil sein. Die kommunalen Zuschüsse für flämische Städte kommen aus dem Gemeindefonds und dieser teilt die hiesigen Städte in mehrere Kategorien ein. Kategorie 2 richtet sich an Städte mit rund 100.000 Einwohner und das betrifft derzeit nur Brügge, wo man aus dem Gemeindefonds aus diesem Grunde 32 Mio. € Zuschuss erhält. Löwen ist noch in Kategorie 3 und erhält 2,3 Mio. €.

Überschreitet Löwen in absehbarer Zeit die 100.000er-Marke, verliert die Unistadt diese 2,3 Mio. €, erhält aber 17 Mio. € aus dem Topf der Kategorie 2. Diese 17 Mio. € würde dann aber Brügge verlieren. Nach Ansicht von Landesministerin Homans ist das alles nicht wirklich wünschenswert und die Landesregierung werde im Falle des Falles kurzfristig reagieren. Doch es meldeten sich auch andere Städte und Gemeinden, deren Vertreter ein Abgeordnetenmandat im flämischen Landesparlament haben. Die Bevölkerungszahlen steigen zwar recht langsam, aber sie steigen und das würde zur Folge haben, dass viel mehr Probleme in Sachen Bezuschussung entstehen würden. Die Politik und die Verwaltung in Flandern sind gewarnt…