Delphine kämpft weiter um Alberts Anerkennung

Delphine Boël (Foto), die uneheliche Tochter von Belgiens Ex-König Albert II., darf weiter die Gerichte bemühen, um die offizielle Anerkennung durch ihren Vater zu erkämpfen. Ein Urteil des belgischen Verfassungshofes gab ihr jetzt das Recht zu beweisen, dass Albert II. tatsächlich ihr biologischer Vater ist.

Ex-König Albert II., der Vater von König Philippe, wehrt sich seit Jahren dagegen, seine uneheliche Tochter Delphine Boël offiziell anzuerkennen. Um ihr Ziel zu erreichen, hat die in London lebende Künstlerin gegen ihren Vater geklagt und vor dem Verfassungshof Recht bekommen.

Leicht war dieses Unterfangen nicht, denn das belgische Gesetz schreibt vor, dass eine Vaterschaftsklage vor dem 22. Lebensjahr der betroffenen Kinder erfolgen muss oder in dem Jahr, in dem sie herausfinden, dass ihr Vater, wenn es denn einen gibt, nicht der biologische Erzeuger ist.

Doch bei Delphine Boël war das anders. Sie war älter als 22 Jahre, als sie herausfand, dass ihr Vater nicht ihr Erzeuger ist und sie wusste bereits seit längerem, dass ihr wirklicher Vater der damalige König von Belgien ist. Rein juristisch hatte sie also keine Chance, doch sie wollte, nach dem deutlich wurde, dass König Albert sie nicht offiziell anerkennen wird, überprüfen, ob es nicht doch einen Weg gibt. Und so zogen ihre Anwälte vor den Verfassungshof.

Der Verfassungshof urteilte jetzt, dass das Recht zu wissen, wer der biologische Vater eines Menschen ist, viel wichtiger ist, als Gesetzesparagraphen und ist deshalb der Ansicht, dass das rechtlich bindende Alter von 22 Jahren gegen dieses Recht verstößt. Das bedeutet, dass Delphine Boël weiter gegen den belgischen Ex-König klagen kann und dass sie gerichtlich festlegen kann, dass Jacques Boël (der Ehegatte ihrer leiblichen Mutter Sybille de Sélys Longchamps) ihr Stiefvater, aber nicht ihr Erzeuger ist.

Dazu muss sie allerdings beweisen können, dass Albert von Belgien ihr biologischer Vater ist. Das allerdings ist eine ganz andere Geschichte. Einen Monarchen oder dessen direkte Angehörige z.B. zu einem DNA-Test zu bewegen, ist auch bei der belgischen Justiz Neuland und kein leichtes Unterfangen.