“Iraner aus Deutschland am Hafen von Zeebrügge“

Carl Decaluwé, der Gouverneur der Provinz Westflandern, bittet beim belgischen Innenministerium um weitere Unterstützung gegen illegale Einwanderer, die von Hafen von Zeebrügge aus versuchen, nach England zu gelangen. Hier tauchen vor allem viele Iraner auf, die offenbar von Menschenschmugglern mit Bussen aus Richtung Deutschland in die Hafengegend gebracht werden.
Kurt Desplenter

Gouverneur Decaluwé hatte schon im Laufe dieser Woche gesagt, dass 55 % aller Flüchtlinge und illegaler Einwanderer, die in der Gegend um den Hafen von Zeebrügge aufgegriffen werden, Männer aus dem Iran sind. Dieser Personenkreis wird offenbar mit Bussen aus Deutschland hierhergebracht, bzw. kommt mit dem Zug nach Zeebrügge. Offenbar organisieren Menschenschmuggler in Deutschland diese Transporte.

Am Donnerstagmorgen gab Decaluwé gegenüber dem VRT-Sender Radio 1 an, dass er Bundesinnenminister Jan Jambon (N-VA) in dieser Sache um weitere Unterstützung gebeten habe: „In den vergangenen Tagen nahm die Zahl der illegalen Einwanderer aus dem Iran zusehends zu. (…) Ich habe Jambon auch erklärt, dass es sich hier um organisierten Menschenschmuggel, der größtenteils aus Deutschland kommt, handelt. Wir müssen jetzt reagieren, bevor es zu spät wird.“

Die westflämischen Provinzbehörden und die Kommunen in der Umgebung von Zeebrügge befürchten, dass es hier zu ähnlichen Lagern, in denen illegale Einwanderer und Flüchtlinge ausharren, die von hier aus auf die britischen Inseln gelangen wollen, kommen kann, wie man sie aus Calais oder Dünkirchen in Nordfrankreich kennt.

Innenminister Jambon will auf die Apelle von Gouverneur Decaluwé eingehen, denn auch er will die Errichtung von Flüchtlingslagern an der belgischen Nordseeküste absolut vermeiden.

Kurt Desplenter