Steuern sparen durch Schenkungen

Dank einer kräftigen Steuersenkung seit Juli 2015 schenken drei Mal mehr flämische Paare ihr Haus ihren Kindern. So wurden in Flandern in knapp einem halben Jahr für 1,22 Milliarden Euro Schenkungsurkunden ausgestellt.

Die Steuertarive zur Schenkung von Immobilien sind jahrelang in bestimmten Fällen auf 70 bis 80 Prozent angewachsen. Ab Juli bezahlt man jedoch für Häuser und bis 150.000 Euro nur noch 3 Prozent bei Schenkung in direkter Linie (zum Beispiel an seine Kinder) und 10 Prozent in nicht direkter Linie (zum Beispiel an Neffen und Nichten). Ist die Immobilie mehr als 450.000 Euro wert, steigt der Prozentsatz auf jeweils 27 und 40 Prozent an.

Die Maßnahme hat Erfolg. Die Notare schlossen das Jahr 2015 mit 10.780 Schenkungsurkunden ab. Allein im Dezember kamen 2.247 Kunden wegen einer Schenkung zu ihnen. Das waren drei Mal mehr als im Juli, als die neuen Regeln wirksam wurden.

Eine Urkunde ist im Durchschnitt 150.000 Euro wert. Das bedeutet, dass flämische Familien innerhalb eines halben Jahres zusammengenommen Schenkungen für schätzungsweise 1,22 Milliarden Euro gemacht haben.

An den Schenkungen verdienen aber nicht nur die Notare, sondern auch die flämische Regierung, weil ihre Kasse damit schneller zu Geld kommt. Optimistische Schätzungen gehen von zusätzlich rund 60 bis 70 Millionen Euro im Jahr aus.