Die belgische Armee braucht mehr Soldaten

Nach Angaben von Bundesverteidigungsminister Steven Vandeput (N-VA) muss die belgische Armee deutlich mehr neue Soldaten rekrutieren, als eigentlich vorgesehen. Doch die Armee muss sparen. Inzwischen rumort es auch bei jenen Soldaten, die im Zusammenhang mit der Terrorbedrohung Bewachungsaufträge haben. Diese scheinen so langsam ausgepowert zu sein.

Ursprünglich plante das belgische Verteidigungsministerium für dieses Jahr die Rekrutierung von 700 neuen Soldaten. Doch muss diese Zahl aufgrund von internationalen Einsätzen und zusätzlichen Aufgaben für die Armee auf bis zu 900 aufgestockt werden.

Angesichts der Sparmaßnahmen der aktuellen Mitte-Rechts-Regierung in Belgien muss Verteidigungsminister Vandeput allerdings finanziell prüfen lassen, ob die angestrebte Verstärkung bei sinkenden Mitteln auch im kommenden Jahr noch möglich sein wird. Die Armeegewerkschaften begrüßen inzwischen die Tatsache, dass mehr Soldaten rekrutiert werden sollen, doch auch sie haben Bedenken, ob dies aufgrund der auferlegten Einsparungen durch die Regierung noch möglich ist.

Für zusätzliche Probleme sorgt jetzt auch noch das Rumoren innerhalb der Truppe. Vor allem jene Soldaten, die Bewachungsaufträge in Zusammenhang mit der Terrorbedrohung in Belgien innehaben, sind unzufrieden. Die entsprechenden Einsatzbefehle erfolgen zusätzlich zu den normalen Aufgaben, wie Manöver oder ähnliches. Lange Einsätze, Schlafmangel und die Tatsache, dass die Freizeitplanung mit der Familie darunter leidet, lassen die ursprüngliche Motivation der Soldaten in dieser Hinsicht schwinden, wie die Militärgewerkschaften feststellen.