Die Zeitungshändler sind sauer auf die Lotterie

Nach dem die belgische Nationallotterie angekündigte hatte, die Zahl der Lotto-Annahmestellen und -Verkaufspunkte zu verdoppeln und auf andere Einzelhandelspunkte auszuweiten, protestierten die Zeitungsläden. Der Lotterie gefällt deren Umsatzrückgang nicht. Doch die Zeitungsläden richten ihre Pfeile nicht nur auf die Nationallotterie.

Der CEO der Nationallotterie, Jannie Haek, hatte vergangene Woche angekündigt, dass er die Zahl der Lotto-Annahmestellen in Belgien bis 2021 auf mehr als 10.000 Verkaufspunkte verdoppeln wolle. Zudem sollen in Zukunft auch Cafés, Bäckereien oder andere Einzelhandelsunternehmen die Produkte der Lotterie anbieten.

Haek stellt fest, dass die Zeitungsläden in Belgien im letzter Zeit deutlich weniger Umsatz verbuchen und deshalb sucht er neue Anlaufstellen. Die Zeitungshändler in Belgien fühlen sich dadurch einmal mehr im Stich gelassen. Sie haben schon unter den Rauchverboten - sprich unter dem Rückgang des Zigarettenabsatzes, dem Zeitungsvertrieb durch die belgische Post und dem Vertriebsmonopol von bestimmten Print-Großhändlern zu leiden.

Wenn jetzt auch noch die Nationallotterie zur Konkurrenz ausweichen will, stellt dies einen weiteren staatlichen Hieb auf diesen Sektor dar, wie es dazu heißt. In einer Pressemitteilung reagierte der Verband für Presse-, Tabaks- und Lottoverkäufer, Perstablo, auf die Vorgehensweise der Lotterie: „Seit Jahren erfährt unser Sektor von der Regierung Konkurrenz, weil sie bpost (die belgische Post (A.d.R.)) für den Vertrieb von Zeitungen bezuschusst. Durch diese neue Entwicklung drohen jetzt weitere Zeitungsläden schließen zu müssen.“