Zonienwald im European Rewilding Network

Der Zonienwald im Südosten von Brüssel ist ab sofort Teil des European Rewilding Network. Das ist ein Netzwerk, dass sich für Renaturierung und für mehr wilde Natur in Europa einsetzt. Durch diese Anerkennung kommt dieser riesige Wald einmal mehr international ins Gespräch. Er grenzt an drei Regionen in Belgien und ist Heimat für zahlreiche Tierarten, die man in Hauptstadt nähe kaum vermuten würde.

Das European Rewilding Network besteht seit 2013 und zählt derzeit 42 Naturgebiete in ganz Europa, genauer in 18 Ländern. Ziel dieses Netzwerkes ist, die Natur in den von ihm anerkannten Landschaften mehr oder weniger sich selbst zu überlassen, bzw. nur minimal darin einzigreifen. Die dort wachsenden Pflanzen und die dort lebenden Tiere erhalten dadurch eine maximale Möglichkeit, sich zu entfalten. Diese Renaturierung, auch „Verwilderung“ genannt, bietet überdies dem Tourismus Möglichkeiten einer einzigartigen Form des Naturerlebnisses.

Der Zonienwald hat eine Fläche von 4.400 Hektar und wird jedes Jahr von mehreren Millionen Menschen besucht. Zudem ist dieser Wald ein bezauberndes Stück Natur am Rand von Brüssel, das allerdings von stark befahrenen Verkehrsachsen durchquert wird. Der Zonienwals ist das einzige Naturschutzgebiet in Belgien, das das Territorium von drei belgischen Regionen berührt: Flandern, Wallonien und die Region Brüssel-Hauptstadt.

Im Zonienwald leben vor allem Rotwild, Wildschweine, Füchse und Schottische Hochlandrinder. Diese überleben das ganze Jahr eigenständig und zwar in einer etwas abgegrenzten Wald- und Wiesenlandschaft in der Nähe des Waldmuseums von Groenendael. Die Wild- und Waldhüter des Zonienwaldes hoffen, bald auch den Waldmarder wieder hier heimisch machen zu können. Dies wäre ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung einer gesunden Renaturierung dieses Waldes, der von flämischer Seite her von der Landesagentur für Natur und Wald, Abteilung Hoeilaart, verwaltet wird.

Gemeinsame Verwaltung durch drei Regionen

Mit der Staatsreform von 1980 wurde die Zuständigkeit für die Bewirtschaftung des Waldes auf die drei angrenzenden Regionen übertragen. Seitdem erstreckt sich der Zonienwald zu 56 % in Flandern, auf 38 % in der Region Brüssel-Hauptstadt und auf 6 % in der Wallonischen Region. Um die verschiedenen Funktionen des Waldes und seine unterschiedliche Nutzung besser aufeinander abzustimmen, haben die Anrainerregionen 2008 beschlossen, enger zusammenzuarbeiten.

Sie haben die künftigen Optionen für den Zonienwald in der sogenannten „Strukturvision für den Zonienwald“ festgelegt, die sich nicht nur auf diesen Wald beschränkt, sondern auch die grünen Zonen rund um ihn herum. Das sind der Terkamerenbos, das Arboretum von Tervuren, der Kapucijnenbos, die Domaine Solvay und einige Gebiete mehr, die insgesamt weitere 5.000 Hektar Naturlandschaft darstellen.