Brüssels Tunnelpläne von "Mäusen zerfressen"!?

In der Verkehrsverwaltung der belgischen Hauptstadt Brüssel ist man in den 1990er Jahren offenbar besonders kreativ mit der Archivierung von Bauplänen umgegangen. Ein Teil der Pläne, u.a. auch die der Brüsseler Tunnel, seien in den Brückenpfeilern in der Nähe des Reyersviertels (Foto), wo die E 40 in der Hauptstadt ankommt, gelagert worden und dort wohl „von Mäusen zerfressen worden“.

Realsatire am Mittwoch während der zweiten Anhörung zum Thema Tunnel im Brüsseler Regionalparlament. Hier soll ein Sonderausschuss herausfinden, wer für die anhaltenden Probleme in den Brüsseler Verkehrstunneln verantwortlich ist. Dabei kam heraus, dass die Einsicht in die alten Akten und Pläne wohl nicht so einfach sein wird, wie eigentlich erwartet werden kann.

Christian Debuysscher, ehemaliger Dienststellenleiter der Abteilung Kunstbauten bei der Brüsseler Verkehrsverwaltung, enthüllte im Rahmen der Anhörung, dass die Archive zum Bau der Brüsseler Brücken und Tunnel im Laufe der 1990er Jahre in den Brückenpfeilern am Verkehrsknotenpunkt Reyers eingelagert wurden. Damit nicht genug. Debuysschere gab dazu an, dass diese Pläne wohl inzwischen dort von „Mäusen zerfressen worden sind.“

Damals - im Zeitraum 1996-2013 - war Jean-Claude Moureau Generaldirektor der Verkehrsverwaltung „Mobil Brüssel“. In dieser Zeit bezog sein Amt ein Ausweichquartier in einem alten Brüsseler Hotel, doch dort war für das recht umfangreiche Archivmaterial nicht genug Platz. Ein Teil der Dokumente wurde daraufhin in den Pfeilern der Viadukte am Reyers eingelagert und zwar dort, wo die Autobahn E 40 beim Verlassen der Hauptstadt in Richtung Lüttich geht.