Regierung stellt 80 Imame und Islamberater ein

Die belgische Bundesregierung macht 3 Mio. € aus ihrem Haushalt dafür frei, um 80 neue Imame und Islamberater einzustellen. Dazu arbeitet die Regierung Michel eng mit der Moslemexekutive zusammen. Ziel dieser Maßnahme ist laut Bundesjustizminister Koen Geens, einen gemäßigten europäischen Islam möglich zu machen.

In den vergangenen Monaten, nicht zuletzt nach den IS-Anschlägen in Paris und den Verbindungen dazu nach Brüssel, wurden vor allem aus der flämischen Landes- und aus der Brüsseler Regionalregierung Fragen an den Bund laut, wie man sich gegenüber Anträgen zur Eröffnung neuer Moscheen verhalten solle.

Daraus wurde ein dringender Bedarf ersichtlich und die Regierung beschloss, für die Anstellung von neuem Personal für islamische Gotteshäuser 3 Mio. € freizumachen. Dabei handelt es sich konkret um die Einstellung von 80 neuen Imamen und Islamberatern.

Im belgischen Bundesland Flandern hatte es lange Zeit kaum Anträge für neue Moscheen oder entsprechende offizielle Anerkennungen gegeben, doch die Situation ändert sich auch hier. Derzeit sind hier rund 50 Anfragen anhängig, so Bundesjustizminister Koen Geens (CD&V - kl. Foto). Für die Bezahlung von Imamen und von Geistlichen anderer Religionen ist in Belgien das Innenministerium zuständig und so macht auch dieses Ministerium die erforderlichen Mittel in seinem Haushalt frei.

„Diese Strategie passt in unsere Philosophie eines integrierten Islam. Im Kampf gegen Radikalisierung ist es wichtig, dass wir die Jugendlichen nicht in radikale Moscheen treiben. Dies bietet uns auch mehr Gesprächspartner.“, so der Justizminister. Die Anträge zur Anerkennung von neuen Moscheen und die Bewerbungen von neuen Imamen werden in Belgien übrigens von der Staatssicherheit geprüft.