Reynders: "Eine solche Reaktion ist nicht normal"

Belgiens Außenminister Didier Reynders (MR - Foto) hält die Tatsache, dass sich die Türkei nur Stunden nach dem Anschlag in Ankara mit Luftangriffen auf die Kurden rächt, für einen Fehler. Seiner Ansicht nach sei noch nicht erwiesen, dass die Kurden hier die Schuldigen sind.

Außenminister Reynders hält die Luftangriffe auf kurdisches Gebiet so kurz nach dem schweren Anschlag auf die türkische Hauptstadt Ankara, wo am Mittwochabend 28 Menschen ums Leben kamen und dutzende weitere Personen verletzt wurden, für keine gute Reaktion.

Er ist der Ansicht, dass es nicht sicher sei, hier bei den Kurden die Schuldigen zu suchen. Möglicherweise stecke auch hier die radikal-islamistische Terrorgruppe IS hinter dem Attentat. Allerdings ist Reynders der Meinung, dass die internationale Gemeinschaft im Kampf gegen den Terrorismus besser mit der Türkei zusammenarbeiten sollte.

„Es ist nicht normal, eine solche Reaktion zu haben. Wir warten zuerst auf mehr Informationen über den Ursprung eines solchen Anschlags. Es gibt aber noch nichts Genaueres. Auch deshalb gibt es keinen guten Grund, gegen die Bevölkerung, schon gar nicht gegen die kurdische Bevölkerung, mit derartiger Gewalt vorzugehen. Wir denken zuerst und vor allem an die Opfer eines solchen terroristischen Anschlags.“, so Reynders.

Doch bleibt die Zusammenarbeit gegen den Terror mit den Türken auch für den frankophonen belgischen Liberalen weiter wichtig: „Wir müssen die Zusammenarbeit mit der Türkei für einen echten Kampf gegen den Terror verbessern und zwar gegen den Terror von verschiedenen Seiten, z.B. gegen IS, denn der vorige Terroranschlag kam von ihnen.“