Waberer’s: "Keine Beweise für Sozialdumping"

Es liegen keine Beweise dafür vor, dass sich das ungarische Transportunternehmen Waberer’s in Belgien Sozialdumping schuldig gemacht hat. Zu diesem Schluss kommt die belgische Sozialinspektion. Ende des vergangenen Jahres hatte eine belgische Transportgewerkschaft Alarm geschlagen, als auf einem landwirtschaftlichen Grundstück in der Provinz Limburg 200 Waberer’s-LKW angestellt parkten.

Die Fahrer dieser Lastwagen hatten die Weihnachtsfeiertage in ihrer Heimat verbracht. Währenddessen waren deren Lastwagen im limburgischen Opglabeek auf einer Wiese abgestellt worden, die das Transportunternehmen zu diesem Zweck von einem dortigen Bauern gemietet hatte. Die sozialistische Transportgewerkschaft in Belgien vermutete, dass es sich bei dem Vorgang um einen Fall von Sozialdumping handeln müsse und wollte wissen, ob die ungarischen Fahrer in Belgien zu ungarischen Tarifen arbeiten würden.

Doch Philippe Vanden Broeck von der belgischen Sozialinspektion, die den Vorgang auf Geheiß des Staatssekretärs für den Kampf gegen Betrug, Bart Tommelein (Open VLD), prüfte, fand keine Belege für Sozialbetrug durch die Ungarn: „Auf Basis dessen, was wir in Belgien festgestellt haben und den Informationen, die wir von unseren Kollegen im Ausland erhalten haben, sind in der Tat keine Elemente festgestellt worden, die auf Sozialbetrug oder großflächigen Sozialdumping hinweisen.“

Seiner Ansicht nach fahren die Waberer’s-Trucker für Auftraggeber in der Europäischen Union, was konform dem EU-Regelwerk für internationale Transporte sei. Die sozialistische Transportgewerkschaft zweifelt die Schlüsse der Sozialinspektion an und weist auf Hinweise hin, nach denen die Waberer’s-Fahrer die gesetzlich verordneten Fahrt- und Ruhezeiten übertreten. Und für sie bleibt die Tatsache, dass viele dutzend Lastwagen an einer Stelle tagelang abgestellt werden, weiter ein Beweis für Sozialdumping.