Drei weitere Hackerangriffe von Down-Sec

An diesem Sonntag hat die Hackergruppe Down-Sec erneut drei Cyberangriffe auf offizielle Websites verübt. Down-Sec hat sich auch schon zu den Angriffen am Freitag auf das Internetportal des Premierministers und auf das des Verteidigungsministers bekannt sowie Anfang der Woche auf den Server der Föderation Wallonien-Brüssel sowie auf die Website der französischsprachigen Bildungsministerin Joëlle Milquet.

Der belgische Flügel der Cyberpiraten kündigte kurz nach 17 Uhr an diesem Sonntag auf Twitter an, dass sie die Angriffe bis morgen unterbrechen würden. Man kann also davon ausgehen, dass neue Attacken am morgigen Montag folgen werden.

Am frühen Sonntagmorgen hatten die Hacker die Website der belgischen Atomaufsichtsbehörde FANC geknackt. Die Seite war für mehrere Stunden blockiert. Danach war die Website von cert.be dran. Das ist die Website des "cyber emergency Teams" der belgischen Regierung. Eine weitere Website, die an diesem Sonntag angegriffen wurde, ist die des Krisenstabs des Innenministeriums. Das hat der Direktor des belgischen Zentrums für Cyberkriminalität, Miguel De Bruycker, inzwischen bestätigt.

Die drei Probleme seien gelöst worden, erklärte er auch noch. Jedes Mal sei ähnlich vorgegangen worden, wird De Bruycker in der Presseagentur Belga zitiert. Die Hacker blockierten einen Knotenpunkt, indem sie den Internetverkehr überlasteten. Der Server könne nicht mehr antworten und stürze ab. "Wir müssen uns dann darum kümmern, den Internetverkehr umzuleiten, indem wir verschiedene Filter einsetzen. Das kann einige Zeit in Anspruch nehmen", so De Bruycker weiter. Die Folge davon sei, dass die Website dann nicht mehr zugänglich sei, aber von einem Eindringen ins Informatiksystem der Einrichtungen könne nicht die Rede sein.

Das Hackerkollektiv Down-Sec hatte seine Angriffe mit der Untätigkeit der Bildungsministerin Joëlle Milquet angesichts des Todes von Madison begründet. Die Jugendliche aus Herstal beging, offenbar nach anhaltenden Beschimpfungen über die sozialen Medien, Selbstmord.

Auf Twitter kritisiert das Kollektiv den Mangel an politischen Reaktionen auf den Tod von Jugendlichen und will ganz allgemein auf die Problematik von Selbstmorden junger Leute aufmerksam machen. "Wir wollen nur, dass die Regierung mehr Mittel gegen Mobbing zur Verfügung stellt und den Opfern hilft, anstatt diese Minister weiter zu bereichern", wurde auf @DownSecBelgium am Sonntagmorgen gepostet.