Neues Aufsichtsgremium gegen Missbrauch in der Kirche

Die katholische Kirche in Belgien wird einen Sonderausschuss einrichten. Dieser soll begutachten, ob jemand noch seine Priesterarbeit ausführen kann, wenn er des sexuellen Missbrauchs beschuldigt wird oder worden ist. Damit will die Kirche neuen Missbrauch verhindern.

1.000 Missbrauchsopfer haben sich in den vergangenen Jahren bei der Kirche oder bei einer anderen Stelle gemeldet. Häufig haben sie vor allem Anerkennung ihres Leids gesucht, sagt Manu Keirse. Er ist innerhalb der Kirche für die Aufnahme verantwortlich.

"Viele Menschen erwarten eine Anerkennung ihres Leids, um endlich sagen zu können, das ist nicht mein Fehler gewesen. Einige Menschen rechnen mit einer Entschuldigung des Bischofs oder eines offiziellen Vertreters der Kirche aus dieser Zeit", so Keirse im VRT-Radio.

In den meisten Fällen ist eine Schlichtung gelungen. Insgesamt wurden rund 4 Millionen Euro an Entschädigungen ausbezahlt. Doch auch für einige Täter war die Mediation eine Erleichterung.

Für einige Täter sei es sehr wichtig gewesen, dem Opfer zu zeigen, dass sie sich wirklich entschuldigen und Verantwortung übernehmen würden, erklärt Keirse weiter.

Obwohl manche Taten vor langer Zeit begangen wurden, sind einige Täter von damals noch als Pfarrer tätig. Das ist auch der Grund für die Errichtung eines neuen Aufsichtsgremiums innerhalb der Kirche.

"Das Gremium besteht aus Menschen, die von außerhalb der Kirchenstrukturen kommen. Sie beziehen Stellung dazu, welche seelsorgerische Funktion eine Person noch wahrnehmen kann, die einst wegen sexuellen Missbrauchs angeklagt war."

Die Bischöfe haben versprochen, dass sie dem Rat dieses Gremiums folgen würden. Und Opfer können sich weiterhin bei der Kirche melden.