Zukunft von Calais? Unruhe an Belgiens Küste

In den Mittagsstunden am Dienstag gab die Justiz in Frankreich bekannt, dass das illegale Flüchtlingslager in Calais vorläufig doch noch nicht behördlich geräumt wird. Im Vorfeld dazu zeigten sich die Behörden an der belgischen Küste besorgt. Hier wurde befürchtet, dass vermehrt Flüchtlinge von hiesigen Häfen aus versuchen würden, auf die britischen Inseln zu gelangen.
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Seit dem Bekanntwerden der Tatsache, dass das Flüchtlingslager „Jungle“ am Rande des Hafens von Calais (Foto oben) in Nordfrankreich geräumt werden soll, bereiten sich auch die Behörden in Belgien auf die Folgen davon vor. Entlang der belgischen Nordseeküste sind in den vergangenen Wochen und Monaten auffallend viele illegale Einwanderer in der Region um den Seehafen von Zeebrügge oder den kleineren Fischerei- und Jachthäfen aufgetaucht, um hier nach einer Möglichkeit zu suchen, den Ärmelkanal in Richtung Großbritannien überqueren zu können.

Seit der Nacht zum Dienstag wurde an der belgisch-französische Grenze in der Nähe des Küstenbadeortes De Panne schärfer kontrolliert. Vereinzelt wurden Illegale aufgegriffen und sofort wieder nach Frankreich abgeschoben. Die Behörden der Provinz Westflandern und der Küstengemeinden befürchten, dass nach einer Räumung des Lagers von Calais hunderte illegale Flüchtlinge über die Grenze strömen werden und wollen dies verhindern.

Der Prämisse, dass es in Belgien nicht zu wilden Flüchtlingslagern à la Calais oder Dünkirchen kommen dürfe, wird hier massiv gefolgt. Frankreich allerdings hält an der geplanten Räumung fest, auch wenn humanitäre Vereinigungen und Flüchtlingsverbände dies per einstweiliger Verfügung verhindern wollen. Ein entsprechendes Urteil wird in den kommenden Tagen fallen. Die Kontrollen an der Grenze zwischen Frankreich und Belgien bleiben weiter von hiesiger Seite her verschärft.

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