290 zusätzliche Polizisten gegen Flüchtlinge

Entlang der belgisch-französischen Grenze und an der belgischen Nordseeküste werden in diesen Tagen fast 300 zusätzliche Polizisten eingesetzt, um zu verhindern, dass in der Nähe der dortigen Häfen ein „neues Calais“ entsteht. Vor allem in der Nähe des Hafens von Zeebrügge wird eine Flut von Flüchtlingen aus Richtung Calais befürchtet.
Kurt Desplenter

Die belgische Regierung will - koste es, was es wolle - vermeiden, dass die illegalen Einwanderer aus Calais in unser Land einreisen, falls das dortige „Jungle“ genannte Lager von den französischen Behörden geschlossen werden sollte.

Die Behörden haben die Mannschaftsstärke der Bundespolizei verstärkt und 290 zusätzliche Beamte an die neuralgischen Punkte geschickt. Mittlerweile erfolgt die Kontrolle der Grenze zu Frankreich zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Berittene Polizisten kontrollieren die Dünen am belgisch-französischen Nordseestrand, die Küstenwache überwacht die Region mit ihren Hubschraubern und die Wasserschutzpolizei befindet sich ebenfalls in Einsatzbereitschaft.

Der Gouverneur der Provinz Westflandern, Carl Decaluwé, forderte schon lange die Aufstockung der Mannschaftsstärke der Polizei an der Küste und entlang der Grenze zu Nordfrankreich. Nicht nur er ist sich sicher, dass sich die illegalen Einwanderer aus Calais und zuletzt auch aus Dünkirchen auf ihrem Weg ins Land ihrer Hoffnung, England, kaum aufzuhalten seien.

Flüchtlinge, die von der Polizei aufgegriffen werden, sollen in Belgien registriert werden. Das bedeutet, dass die Polizei deren Identität aufnimmt und dass deren Fingerabdrücke abgenommen werden registriert. Wer keinen Asylantrag im Ausländeramt in Brüssel stellen will, wird sofort nach Frankreich zurückgeschickt. Wird derselbe Flüchtling ein zweites Mal in Belgien aufgegriffen, droht ihm die Einweisung in ein so genanntes „geschlossenes Zentrum“, also quasi Abschiebehaft.

Kurt Desplenter