Passagiere werden Fluglotsenstreik spüren

Ab nächster Woche könnten auch Flugpassagiere die Streikaktionen der Fluglotsen bei Belgocontrol, der belgischen Flugsicherung, zu spüren bekommen. Die Gewerkschaften der Fluglotsen warnen jetzt schon vor großen Störungen im Flugverkehr.

Der soziale Konflikt bei Begocontrol wütet nun schon seit zehn Tagen. Die Gewerkschaften stellen 14 Forderungen: Sie wollen zum Beispiel mehr Personal und Vereinbarungen zu Vorruhestandsregelungen, aber auch einfach neue Büromöbel und renovierte Räume. Ihr Druckmittel: Die Fluglotsen weigern sich vorerst , Fortbildungen für neue Flugstrecken, die ab April genutzt werden sollen, zu besuchen. Noch sind dies allesamt Aktionen, die keine Beeinträchtigung der Fluggäste zur Folge haben.

Doch das könne sich schon nächste Woche ändern, warnte Kurt Callaerts von der christlichen Gewerkschaft ACV in der VRT: "Falls von Belgocontrol kein Signal ausgeht, über unsere 14 Punkte effektiv verhandeln zu wollen, sehen wir uns gezwungen, Protestaktionen durchzuführen, die tatsächlich auch im Flugverkehr und bei den Passagieren zu spüren sind."

Die Gewerkschafter drohen mit Streik, aber auch Verspätungen könne man sich vorstellen. Die Aktionen nächste Woche würden auf jeden Fall öffentlichkeitswirksamer werden als die Protestaktionen, die derzeit durchgeführt würden.

Die Direktion von Belgocontrol sagt wiederum, dass sie von der Haltung der Gewerkschaften überrascht sei. Ihnen zufolge habe man bereits Zugeständnisse an bestimmte Forderungen gemacht und würde man sich nächste Woche erneut zusammensetzen. Die Direktion verstünde nicht, dass die Gewerkschaften gerade jetzt mit noch härteren Aktionen drohten.