De Wever verteidigt harte Linie in der Flüchtlingspolitik

Der Vorsitzende der flämischen Regionalisten (N-VA), Bart De Wever (großes Foto), verteidigt die Entscheidungen Österreichs und mehrerer Balkanländer, die Flüchtlinge an der Grenze abzufangen, so dass sie nicht mehr von Griechenland aus in Richtung Norden weiterreisen können.

Griechenland werde dadurch letztlich gezwungen, die Flüchtlinge und Migranten, die aus der Türkei kommen, bei ihrer Einreise besser zu registrieren, sagte De Wever in der VRT-Sendung Terzake.

"Griechenland wird dann anstelle eines Transitlandes wieder zu einem Ankunftsland. Damit wid eine unhaltbare Situation geschaffen, die natürlich auch Auswirkungen auf den Zustrom hat. Solange die Menschen nach Nordwesteuropa gelangen, wird der Flüchtlingsstrom anhalten. An dem Tag, an dem man nicht mehr aus Griechenland herauskommt, wird man plötzlich die Zahlen drastisch sinken sehen", so De Wever.

"Ich denke, dass sich ihre Grenze jetzt schließt, dass man eine sehr eigenartige Entwicklung sehen wird, wobei sie plötzlich zu großen Zugeständnissen bereit sein werden, wenn sie nur niemanden aufnehmen müssen."

De Croo: "Ein Europa, in dem es heißt, 'jeder für sich', ist keine Lösung!"

Die Meinung des N-VA-Vorsitzenden De Wever wird von vielen Politikern in Belgien jedoch nicht geteilt. Der belgische liberale Minister für Entwicklungszusammenarbeit Alexander De Croo (Open VLD), hält es zum Beispiel für keine gute Idee, dass nun einzelne europäische Staaten ihre Grenzen schließen, um Flüchtlinge und Migranten fernzuhalten. Mehrere Balkanstaaten hatten in dieser Woche angekündigt, dass sie das sehr wohl vorhätten.

"Ich denke nicht, dass wir eine Lösung für die Asylkrise finden werden, wenn wir wie Herr De Wever sagen, - ich weiß nicht ob ich ihn richtig verstanden habe -, wir werden in Griechenland eine humanitäre Katastrophe organisieren und danach werden die Griechen sich schon rühren", sagte De Croo im VRT-Radio (kleines Foto).

"Ich bin mir nicht sicher, ob diese Art von Europa, in dem es heißt, 'Jeder für sich', die Lösung ist, für die wir uns entscheiden sollten."