Belgiens Verkehrspolitik: EU-Kritik

Belgien hat die längsten Staus Europas. Außerdem investiert das Land zu wenig in den Straßenbau und Unterhalt. So wird Belgien seine Klimaziele nie erreichen, mahnt die EU-Kommission in einem Bericht zur belgischen Verkehrspolitik.

Die langen Staus sind in Belgien nicht mehr wegzudenken. Tag für Tag stehen die Autos auf den Zufahrtswegen zu den Großstädten des Landes Stoßstange an Stoßstange. Nirgendwo in Europa verlieren Arbeitnehmer so viel Zeit im Stau wie in Belgien, sagt die EU-Kommission.

 

In ihrem jüngsten Bericht kritisiert sie auch die Investitionspolitik der Behörden. Zwar verfüge das Land über ein sehr dichtes Netz an Autobahnen und Bahnstrecken, allerdings werde die Infrastruktur nur mangelhaft gewartet. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt seien die Investitionen der drei Regionen in den Straßenbau inzwischen noch niedriger als in den 1990er Jahren.

Außerdem hält die EU-Kommission fest: Die vielen Staus haben einen negativen Einfluss auf die Umwelt. Ein Viertel der Treibhausgase hierzulande stammten von Autos und Lastwagen. Bei unveränderter Politik, werde Belgien seine Klimaziele 2020 meilenweit verfehlen.

Die EU-Kommission prangert auch die großzügige steuerliche Vorzugsbehandlung für Firmenwagen und Tankkarten an. Dadurch nehme Verkehr und Umweltbelastung nur noch weiter zu. (Quelle: brf)