Ein "Erdbeben" im Antwerpener Hafen?

Am späten Sonntagabend wurden die Bewohner des Viertels am so genannten „Antwerpse Zuid“ von Erschütterungen aufgeschreckt und nicht wenige der Betroffenen dachten sogleich an ein Erdbeben. Doch dieses „Erdbeben“ wurde durch Sprengungen im Zuge des Abrisses einiger Kais am Scheldeufer ausgelöst. Offenbar wurde der Beginn dieser Arbeiten am vergangenen Wochenende den Anwohnern nicht in vollem Umfang mitgeteilt.

Das es am vergangenen Wochenende zu Abrissarbeiten an einigen Kais am Antwerpener Scheldeufer kommen würde, war hinlänglich bekannt und auch die Notdienste wussten Bescheid, doch offenbar hatte man die Auswirkungen dieser Arbeiten unterschätzt. Nach den ersten Sprengungen mussten Polizei und Feuerwehr viele besorgte Anwohner über die sozialen Medien beruhigen.

Antwerpens Bürgermeister Bart De Wever (N-VA) ärgerte sich über den Vorgang und reagierte entsprechend darauf: „Dies sind für unsere Stadt wichtige Arbeiten. Dazu müsste eine gute Information vorliegen. Wir erwarten von den zuständigen Diensten denn auch Antworten auf unsere Fragen.“

Die Kais am Ufer der Schelde in Innenstadtnähe werden derzeit umfangreichen Renovierungen unterzogen. Am Sonntag begann das für die Abrissarbeiten zuständige Unternehmen „THV Scheldekaaien“ mit den ersten Sprengungen, um eine nicht mehr stabile alte Kaimauer abzubrechen. Dazu wurde der Verkehr umgeleitet und es wurde ein Sicherheitsperimeter verordnet. Aber offenbar waren die Explosionen bis weit in die Wohngebiete im Antwerpener Süden hinein zu spüren, was so wohl nicht geplant war…