Ex-Belgacom-CEO Didier Bellens verstorben

Didier Bellens (60 - Foto), der jahrelang an der Spitze des belgischen Telekom-Multis Belgacom (heute Proximus) stand, ist am Wochenende an den Folgen eines Hirntumors gestorben. Bellens galt stets als brillanter Manager, doch sein Starrsinn und einige unüberlegte Sprüche sorgten 2013 für seinen Rausschmiss bei dem halbstaatlichen Telekomunternehmen.

Didier Bellens war 10 Jahre lang, von 2003 bis 2013, CEO von Belgacom - heute Proximus. Der langjährige Schützling des belgischen Großindustriellen Albert Frère trat nach einigen wichtigen Posten in den Vorständen in einigen seiner Unternehmen mit der Übernahme des Belgacom-Leiters aus dessen Schatten.

Zweifellos sorgte Bellens für den Übergang des halbstaatlichen Telekommultis in die moderne Zeit, doch seine Laufbahn bei Belgacom war nicht unumstritten. 2011 musste er sich im belgischen Bundesparlament für die Beförderung seiner Assistentin auf wichtige Posten verantworten und ihm wurden Interessenskonflikte bei dem Verkauf von Belgacom-Immobilien vorgeworfen.

Nicht zuletzt stand sein hohes Jahresgehalt von 2,6 Mio. € stets im Kreuzfeuer der Kritik. Bellens, der Kontakte zu flämischen Medien stets vermied, wurde 2013 von der Regierung Di Rupo entlassen, nachdem er dort in Ungnade gefallen war. Kurz vor seinem Rausschmiss sagte er über den Premierminister, dass sich dieser über die jährliche staatliche Dividende von Belgacom für den Staat so freue, wie ein kleines Kind auf den Nikolaus.

Didier Bellens litt nach dem Entfernen eines Hirntumors vor einigen Jahren an epileptischen Anfällen. Jetzt fiel er einem neuen Tumor nach langer Krankheit zum Opfer.