N-VA wirft Merkel fehlenden Realitätssinn vor

Die flämischen Nationaldemokraten der N-VA, die auf belgischer Bundes- und auf flämischer Landesebene Regierungsverantwortung tragen, werfen Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel (Foto) fehlenden Realitätssinn vor. Merkel hatte am Sonntagabend in einer TV-Sendung gesagt, dass sie in Sachen Flüchtlingskrise „keinen Plan B“ habe.

Dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit ihrer Herangehensweise an die Flüchtlingskrise so weitermachen will, wie bisher, geht den flämischen Regionalisten der N-VA zu weit. Am Sonntagabend kündigte die Kanzlerin in der ARD-Talkshow „Anne Will“ an, noch immer keine Obergrenze für Flüchtlinge auf dem Weg nach Deutschland festlegen zu wollen.

"Ich habe keinen Plan B", so Merkel in der ARD. Sie verstehe zwar, dass viele Menschen glaubten, ihre Regierung habe die Krise nicht im Griff. Ihren Kurs will sie aber nicht ändern - auch nicht im Vorfeld von gleich drei in Deutschland anstehenden Landtagswahlen und auch nicht vor dem bevorstehenden „entscheidenden“ EU-Flüchtlingsgipfel in der kommenden Woche.

Diese Haltung ist auch im europäischen Ausland umstritten und die flämische N-VA reagierte nach den neuerlichen Aussagen von Merkel, die von dieser Seite her nicht zum ersten Mal Kritik einstecken muss, reichlich erschrocken. Der N-VA-Europaabgeordnete Sander Loones (kl. Foto) warf Kanzlerin Merkel nach der „Anne Will“-Sendung in dieser Hinsicht fehlenden Realitätssinn vor. Er führt gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion an, dass andere EU-Länder sehr wohl mit Flüchtlings-Obergrenzen arbeiten:

„Das ist dramatisch und himmelschreiend. Wir brauchen in Europa dringend Politiker mit Sinn für Realität. Ich sehe, dass die Griechen die Tore nach Europa öffnen. Vergangenes Jahr haben sie 840.000 Flüchtlinge nach Westeuropa durchreisen lassen, während sie selbst nur 13.000 Asylanfragen in Erwägung gezogen haben. Diese Politik der offenen Türen muss stoppen. Darum brauchen wir Politiker, die ausreichend Realitätssinn an den Tag legen. Wir müssen die Augen endlich öffnen.“