Open VLD und N-VA streiten in Sachen Flüchtlinge

Die beiden Regierungsparteien Open VLD und N-VA haben zur Flüchtlingskrise in Europa und im eigenen Land grundsätzlich voneinander unterschiedliche Ansichten. Die flämischen Liberalen werfen den Nationaldemokraten vor, die internationale Glaubwürdigkeit Belgiens aufs Spiel zu setzen.

Gwendolyn Rutten (Foto oben), die Vorsitzende der flämischen Liberalen Open VLD, wirft N-VA-Parteichef Bart De Wever (kl. Foto) vor, er würde eine rückwärtsgerichtete Strategie führen, in dem er weiter eine Schließung der Grenzen zu Griechenland fordere.

De Wever forderte in der VRT-TV-Sendung „Terzake“ ein härteres Vorgehen gegen Griechenland in der Flüchtlingskrise, doch nach Ansicht von Rutten bringt er damit die Glaubwürdigkeit der belgischen Bundesregierung und von Premierminister Charles Michel (MR) in Gefahr:

„Wenn man sich anhört, was Bart De Wever fordert, dann soll Griechenland zu einem großen geschlossenen Auffanglager für Flüchtlinge werden - ohne Mittel, ohne Hilfe und ohne Unterstützung. Das führt zu menschlichen Dramen. Erst wenn es zu solchen Dramen kommt, wird jeder begreifen, wie schlimm das ist. Ich teile diesen Zynismus nicht. Das ist nicht die richtige Antwort. Mit solchen Aussagen schwächt man die Position von Belgien und des Premierministers am Verhandlungstisch.“

Die Differenzen zwischen beiden Parteien sind insofern auffallend, als dass sowohl die N-VA, als auch die Open VLD auf belgischer Bundes- und auf flämischer Landesebene in der Mehrheit sitzen.