Ermittlungen gegen Belgiens Fußballverband

Der belgische Fußballverband KBVB steht in diesen Tagen im Zentrum von Ermittlungen. Justiz und Steuerbehörden gehen dem Verdacht der Steuerhinterziehung und des Missbrauchs von Zuschüssen nach. Zwei Personen wurden bereits verhört und die Fahnder führten auch eine Hausdurchsuchung durch.

Die Behörden interessieren sich bereits seit längerem für den Umgang des Königlichen Belgischen Fußballverbandes KBVB mit seinen Finanzen und ein Audit, der bedenkliche Vorgänge in diesem Hause zutage förderte, lässt die Ermittler von Justiz und Fiskus nachdrücklicher vorgehen. Zwei Vorstandsmitglieder und Funktionäre des KBVB wurden bereits verhört, gelten aber derzeit noch nicht als Verdächtige.

Die Fahnder ermitteln gleich in mehrere Richtungen. Dabei geht es z.B. um die Tatsache, dass einige Mitglieder der technischen Abteilung bei den Roten Teufeln - die belgische Fußball-Nationalmannschaft - über illegal scheinende Finanzkonstruktionen offenbar doppelt vergütet worden sind.

Daneben versuchen die Ermittler herauszufinden, ob Zuschüsse aus Steuermitteln zur Bewerbung um die Fußball-Europalmeisterschaft im Jahr 2020 auch korrekt verwendet worden sind. Teile der entsprechenden Gelder wurden direkt auf Konten des Verbandes eingezahlt und deren Verwendung ist nicht eindeutig geklärt. Eigentlich war für die Bewerbung Belgiens für die Euro 2020 eine eigenständige Vereinigung ohne Erwerbszweck gegründet worden, doch nicht alle entsprechenden Zuschüsse der öffentlichen Hand flossen hierhin.

Beim KBVB heißt es zu den Ermittlungen, dass man sich nichts vorzuwerfen habe und dass man an den an den Vorgängen konstruktiv mitarbeite. Die Brüsseler Staatsanwaltschaft hingegen wollte die Vorgänge gegenüber den Medien nicht kommentieren.