Löwen: Eine Rangelei an der Uni und ihre Folgen

Vor knapp zwei Wochen war es am Philosophischen Institut an der Katholischen Universität Löwen (KULeuven) zu einer Rangelei zwischen einem Dozenten und dessen studentischer Assistentin gekommen. Jetzt setzt die Uni ein Disziplinarverfahren gegen den Dozenten, der mutmaßlich gewalttätig gegenüber seiner Doktorandin geworden sein soll.

Der Vorfall wurde erst am Dienstag publik, nach dem das Studentenblatt „Veto“ der KULeuven dieser Sache einen Beitrag widmete. Was bei dem Vorfall am 15. Februar wirklich geschehen ist, bleibt unklar. Fakt ist, dass die Polizei einschreiten musste und dass die angegriffene Assistentin des Dozenten, die bei diesem gleichzeitig promoviert, Anzeige wegen „physischer Gewalt“ erstattete.

Nach Angaben von Rik Torfs, dem Rektor der Löwener Universität, hat der Dozent zugegeben, dass es „zu körperlichem Kontakt“ gekommen sei. Doch der Dozent reichte seinerseits Klage ein und zwar wegen „Rufmord“. Die Universität setzte dazu jetzt ein Disziplinarverfahren gegen den Dozenten an, wie Rektor Torfs angab: „Das ein Disziplinarverfahren anhängig ist, bedeutet noch nicht, dass der Mann schuldig ist.“

Inzwischen hat Prof. Bart Raymaekers, der Dekan des Hohen Instituts für Philosophie an der KULeuven, beschloss daraufhin, eine Vorlesung des Dozenten, die von dessen Assistentin gegeben werden sollte, vorläufig auszusetzen. Diese Vorlesung soll mindestens bis nach den Osterferien nicht gegeben werden.

Der Grund dafür liegt nicht nur bei dem oben beschriebenen Vorfall, sondern auch bei der Tatsache, dass sie Studenten dieser Kurse gegen ihren Dozenten öffentlich protestiert hatten. Dieser darf in anderen Fächern aber weiter Unterricht geben. Trotzdem birgt der Vorfall und das Aussetzen von Vorlesungen für die Studenten Nachteile.