Sinkende Einkommen in Brüssel: Region verarmt

Zum ersten Mal überhaupt ist die Region Brüssel-Hauptstadt Belgiens ärmstes Bundesland. Das Nettoeinkommen der Brüsseler ist in den vergangenen Jahren ständig gesunken und liegt nach jüngsten Berechnungen unter dem der Wallonie, wie das Nationale Recheninstitut feststellte.
ERIC HERCHAFT

Der fortschreitenden Verarmung der belgischen Hauptstadtregion liegt u.a. ein spürbarer Rückgang der wirtschaftlichen Aktivitäten zugrunde. Diese ging nach Berechnungen des Nationalen Recheninstituts im Zeitraum 2012-2014 um 0,5 % zurück.

Zudem kommt noch, dass das einem Brüsseler zur Verfügung stehende Nettoeinkommen zwischen 2009 und 2013 jährlich um insgesamt 3 % sank.

Doch auch andere Faktoren sorgen für einen latenten Rückgang der Wohlfahrt in der belgischen und europäischen Hauptstadt: Wohlhabendere Familien verlassen das Zentrum und ziehen an den Rand der Brüsseler Region oder in die benachbarten Provinzen Flämisch- und Wallonisch-Brabant.

Und mehr und mehr macht sich auch die darbende Verkehrsinfrastruktur in Brüssel bemerkbar, denn immer mehr Unternehmen suchen neue und verkehrstechnisch besser oder verlässlicher angebundene Standorte in Belgien.

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Regionale Einkommensunterschiede in Belgien

Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums in Brüssel betrug das steuerlich belastbare Durchschnittseinkommen der Belgier auf Jahresebene im Jahr 2013 17.019 €. Im Vergleich zwischen den einzelnen Ländern und Regionen in Belgien liegt das Bundesland Flandern hier an erster Stelle.

Mit einem steuerlich belastbaren Durchschnittseinkommen von jährlich 18.163 € lagen die Flamen 8 % über dem gesamtbelgischen Durchschnitt. In Wallonien oder in der Brüsseler Hauptstadtregion lebende Belgier müssen mit weitaus weniger Einkommen auskommen.