UN-Justiz: Neue Aufgabe für Serge Brammertz

Der aus dem deutschsprachigen Ostbelgien stammende internationale Jurist Serge Brammertz (Foto) ist bei den Vereinten Nationen mit neuen Aufgaben betreut worden. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon benannte den 54jährigen zum Chefankläger des ‚Internationalen Residualmechanismus für die Ad-hoc-Strafgerichtshöfe‘ (MICT).

Dieser internationale Gerichtshof, der in Englisch ‚Mechanism for International Criminal Tribunals (MICT)‘ bzw. ‚International Residual Mechanism for Criminal Tribunals (IRMCT)‘ genannt wird, übernimmt alle Pflichten des bisherigen Internationalen Strafgerichtshofs für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) und des 1994 gegründeten Internationalen Strafgerichtshofs für Ruanda (ICTR). Der neue MICT fungiert als Rechtsnachfolger der beiden oben genannten Ad-hoc-Strafgerichtshöfe, die ihre Arbeit einstellten.

Auch dieses neue Gremium hat ihren Sitz in der niederländischen Hauptstadt Den Haag. Der studierte Rechtswissenschaftler und Kriminologe Bra mmertz aus dem ostbelgischen Eupen hat schon jetzt eine lange nationale und internationale Laufbahn hinter sich. Der frühere belgische Bundesstaatsanwalt wurde als Stellvertretender Ankläger an den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag berufen, wo er vorrangig mit Ermittlungen zu Menschenrechtsverletzungen in Uganda, Darfur und der Demokratischen Republik Kongo befasst war.

2006 wurde er vom damaligen Generalsekretär der Vereinten Nationen, Kofi Annan, als UN-Sonderbeauftragter mit den Ermittlungen zum Attentat auf den Fahrzeugkonvoi des libanesischen Ex-Ministerpräsidenten Rafik Hariri beauftragt. Danach wurde er zum Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag benannt und war unter anderem für die Anklage gegen den mutmaßlichen Kriegsverbrecher Radovan Karadžić zuständig. Brammertz ist Träger des belgischen Ehrentitels eines Großoffiziers des Kronenordens und wurde 2014 durch König Philippe in den Adelsstand erhoben und darf sich seitdem Baron nennen.