Gratis oder billiger parken in kleineren Städten?

Unizo, der Unternehmerverband für Flandern und Brüssel, plädiert für eine drastische Anpassung der Parkplatzpolitik in kleineren Städten. Damit der Handel in den Ortskernen überleben kann, soll das Parken in den kleineren Städten gratis werden oder zumindest deutlich billiger werden.
L Lange

Der Unternehmerverband Unizo folgt mit seinem Vorschlag zum Vereinfachen oder zum Abschaffen der Parkplatztarife Beispielen aus den Niederlanden. Dort verabschieden sich seit einiger Zeit sogar Großstädte, wie Rotterdam oder Den Haag von den teuren Parkplatztarifen. Und dort schaffen kleinere Ortschaften ihre Parkuhren oder ihre Bezahlautomaten an den Parkings gleich ganz und gar ab.

Luc Andries von Unizo sagte dazu gegenüber der flämischen Tageszeitung Het Nieuwsblad, dass sein Verband dies nicht für Brüssel, Antwerpen, Gent oder Brügge fordere. Dorthin würden genügend auswärtige Besucher finden, die für das Abstellen ihrer Autos bezahlen würden.

Für die kleineren Ortschaften und die flämischen Zentrumsstädte, wie Aalst, Dendermonde, Roeselare oder Mechelen z.B. sehe die Lage aber anders aus. Hier sei das Angebot in den Innenstädten weitaus weniger reichhaltig, als in den Metropolen und doch müsse man dort durch ein Dickicht an komplizierten Parkplatztarifen finden: „Wenn man seinen Wagen dann aber kostenlos auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums abstellen darf, ist die Wahl schnell getroffen.“

"Kein Wundermittel"

Unizo will die Parkplatztarife nicht unbedingt ganz abschaffen, denn sie tragen auch zu den Einnahmen der Gemeinden bei. Doch müsse das System in den meisten Fällen vereinfacht und verbilligt werden. Ein „Wundermittel“ sei das aber nicht, reagiert der Verband der Flämischen Städte und Gemeinden (VVSG) auf diese Idee. Ob man damit dem Leerstand in den Innenstädten oder der Konkurrenz durch den Internethandel etwas entgegensetzen könne, sei dahingestellt.