Soldaten bewachen Belgiens Nuklearanlagen

Die belgischen Kernkraftwerke und alle anderen nuklearen Anlagen im Land werden in der nächsten Zukunft von Soldaten bewacht. Dies hat der Nationale Sicherheitsrat nach einer Neubewertung der Terrordrohung beschlossen. Kraftwerksbetreiber Electrabel wird die Kosten für diese Bewachung selbst tragen.
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Die belgischen Behörden gehen von 140 Soldaten aus, die die nuklearen Anlagen im Land bewachen werden. Der Nationale Sicherheitsrat hat im Zuge einer Aktualisierung der Lange in Sachen Terrorbedrohung beschlossen, die Bewachung der Kernkraftwerke und aller anderen entsprechenden Anlagen in die Wege zu leiten.

Dazu hat unter anderem ein beunruhigendes Video geführt, das bei der Frau eines mutmaßlichen IS-Terroristen beschlagnahmt wurde. Bei ihren Ermittlungen gegen die IS-Terrorzelle, die vor drei Monaten mehrere Anschläge in Paris verübte, waren die Fahnder bei einer Hausdurchsuchung auf ein Video gestoßen, das mit versteckter Kamera aufgenommen wurde. Die Bilder zeigen die Wohnung des Direktors des Kernforschungszentrums von Mol bei Antwerpen.

Allgemeiner Bewachungsauftrag verlängert

Der Nationale Sicherheitsrat und das Analysezentrum für Bedrohungsszenarien, OCAD, haben zudem beschlossen, die im ganzen Land geltende Terrorwarnstufe weiter auf Niveau 3 zu lassen. Das bedeutet, dass die belgische Armee noch mindestens einen weiteren Monat lang neuralgische Punkte um ganzen Land bewachen wird. Bisher übernahmen 700 Soldaten diese Aufgabe. Die Mannschaftsstärke wird jetzt um 40 Soldaten erhöht. Allerdings werden 140 von ihnen für die Bewachung der Atomanlagen gebraucht.