Flämische Autobahnen sind besser in Schuss als in Wallonien

Die Straßenverhältnisse der flämischen Autobahnen sind viel besser als früher, die wallonischen Autobahnen schneiden weniger gut ab. Das geht aus einer Umfrage des größten flämischen Automobilclubs VAB bei 2.000 flämischen und wallonischen Fahrern hervor.
NICOLAS MAETERLINCK

Das sekundäre Straßennetz, zum Beispiel Bundesstraßen, Überlandstraßen, ließe jedoch auch in Flandern zu wünschen übrig, heißt es beim VAB noch.

Was den Fahrkomfort betrifft, sind auffallend mehr flämische Fahrer zufrieden als vor zwei Jahren. Heute liegt der Anteil bei 65 Prozent, damals war das rund die Hälfte.

Die flämische Regierung habe hart an der Verbesserung des Straßenkomforts gearbeitet, sagt Joni Junes vom VAB im VRT-Radio: "Der Aufholprozess beim Unterhalt zeigt eindeutig Früchte auf unseren Autobahnen. In Wallonien wird der Fahrkomfort auf den Autobahnen ein Stück weit weniger positiv bewertet."

Die Fahrer klagten allerdings stets mehr über die schlechte Sicht auf den flämischen Autobahnen, wenn sie nachts unterwegs seien und bei Regenwetter. Weitere negative Punkte seien die Sicherheit und die Signalanlagen. Der VAB befürchtet, dass die Einsparungen bei der Nachtbeleuchtung die Sicherheit beeinträchtige.

Was die Signalanlagen betrifft, ruft Joni Junes dazu auf, dem Beispiel der Niederlande zu folgen: "In den Niederlanden benutzt man eine andere Art des Straßenbelags, auf dem das Wasser viel besser abfließen kann. In Belgien ist auch die Fahrbahnmarkierung bei Regenwetter oft nicht sichtbar, während in den Niederlanden alles weiterhin gut lesbar bleibt."

Das sekundäre Straßennetz lässt auch in Flandern zu wünschen übrig

Während der Fahrkomfort auf den Autobahnen in Flandern insgesamt für ganz gut befunden wird, lässt das sekundäre Straßennetz zu wünschen übrig. Der Fahrkomfort auf Bundesstraßen sei gar schlechter geworden, finden viele Autofahrer. Waren vor zwei Jahren noch 74% zufrieden, sind es heute nur noch 52%.

Die Fahrer halten die Neuanordnung einiger Bundesstraßen mit Fahrbahnverengungen und Achsenverschiebungen für nicht komfortabel. Die Veränderungen seien zudem nicht gut sichtbar und deshalb nicht sicher. Der VAB hat inzwischen jedoch eine Lösung hierfür parat: "Der VAB hat die Regierung gebeten, zu untersuchen, ob man dort zum Beispiel durch die Einführung von Straßenabschnittskontrollen nicht auch für die gleiche Verkehrssicherheit sorgen könne."

Doch insgesamt ist das Fahren in Flandern offenbar sicherer und angenehmer als in Wallonien. Dort schneidet das sekundäre Straßennetz schlechter ab und liegt bei 30 bis 40 %.