Pegida protestiert - Gegendemonstranten rufen zum Dialog auf

Im flämischen Zeebrügge haben rund 150 Pegida-Anhänger gegen die Flüchtlingspolitik in Belgien demonstriert. Gegendemonstranten der Bürgerbewegung Hart boven Hard gingen ebenfalls auf die Straße. Beide Proteste fanden in unterschiedlichen Vierteln des belgischen Küstenstädtchens statt und wurden von der Polizei auseinandergehalten. Die Demonstrationen verliefen ohne Zwischenfälle.

Die Anhänger der Anti-Islam-Bewegung Pegida befürchten, dass durch die Räumung des Flüchtlingslagers in Calais, neue Zeltstädte an der belgischen Küste entstehen könnten, die der Küste und dem Küstentourismus schaden würden.

Auch das bekannte Gesicht Filip Dewinter von der rechtsextremen Partei Vlaams Belang lief in der Demonstration mit. "Wir sind heute hier, um die Hafenunternehmen zu unterstützen, die wegen der Kriminalität illegaler Einwanderer drohen, unsere Häfen zu verlassen", sagte Kristof De Smet von Pegida. "Wir sind hier, um unsere Frauen und Töchter zu unterstützen, die sich, wenn das Wetter wieder besser wird, ruhig an den Stränden sonnen wollen. In Köln haben wir gesehen, zu was die Ausländer, die eigentlich falschen Flüchtlinge führen können. Das Hotel-, Restaurant- und Gaststättengewerbe kann auch Schaden nehmen. Wir sind hier, um sie zu unterstützen."

Die Pegida-Demo, die in der Nähe des Strandes stattfand, führte unter anderem an der Stella Maris-Kirche vorbei. Dort nimmt der Pfarrer täglich ein Dutzend Flüchtlinge auf, die die Überfahrt nach Großbritannien wagen wollen.

Gegendemonstranten rufen zum Dialog auf

Ein paar Kilometer weiter, im Zeebrügge-Dorf, fand eine Gegendemonstration von Hart boven Hard statt. In dieser Demo war auch eine große Delegation der sozialistischen Gewerkschaft ABVV und der flämischen Sozialisten von der SP.A vertreten.

"Wir fordern den Bürgermeister (Renaat Landuyt), den Gouverneur (Carl Decaluwé) und Innenminister (Jan Jambon) auf, in einen Dialog mit den Menschen vor Ort zu treten, die humanitäre Hilfe leisten", sagte Karl Duc von Hart boven Hard.

"Man kann das Problem nicht damit lösen, indem man Menschen über die Grenze zurück nach Frankreich schiebt. Man kann das nicht allein mit der Polizei lösen. Man muss die Probleme auch mit humanitären Mitteln angehen."