Bozar setzt einen Fokus auf die Niederlande

In diesem Frühjahr setzt der Brüsseler Kunst- und Kulturtempel Bozar einen Schwerpunkt auf die Niederlande. Dabei präsentiert das Haus gleich zwei Ausstellungen zu Künstlern, die unterschiedlicher nicht sein können: Rembrandt und Theo van Doesburg. Diese Ausstellungen gehören zum Rahmenprogramm des niederländischen EU-Vorsitzes in diesem ersten Halbjahr 2016.

"Rembrandt in schwarz-weiß"

Den meisten Zeitgenossen ist Rembrandt Van Rijn wohl in erster Linie durch seine monumentalen Gemälde und seine Zeichnungen bekannt. Das er aber auch ein Meister der Gravur war, ist weniger bekannt. Das Bozar in Brüssel zeigt noch bis zum 29. Mai 2016 in einer „Rembrandt in schwarz-weiß“ betitelten Ausstellung rund 90 Drucke des Meisters. Diese Werke, die allesamt Originale sind, stammen aus einer einzigen Sammlung und zwar der des niederländischen Sammlers Jaap Mulders.

Darauf zu sehen sind Porträts sowohl von Bettlern und einfachen Menschen aus der damaligen Zeit, als auch Akte und ungeahnt präzise Landschaftswiedergaben. Daneben zeigen einige dieser Gravuren auch Szenen aus dem Alten und dem Neuen Testament. Bozar schickt die Besucher dieser Ausstellung mit Hilfe von Tablets auf Entdeckungsreise, denn hier kann man eine App anwenden, die die ausgestellten Werke bis ins kleinste Detail hinein analysieren lässt.

Info:

Bozar, Ravensteinstraat 23, 1000 Brüssel, www.bozar.be.

Achtung! Das Bozar stellt Gruppen zusammen, die die Ausstellung en bloc ansehen können. Reservierung wird empfohlen.

Theo van Doesburg: "Ein neuer Blick auf Leben, Kunst und Technoligie"

Theo van Doesburg war ein niederländischer Avant-Garde-Künstler, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts an der Basis einer artistischen Revolution lag. Gemeinsam mit Piet Mondriaan gründete er 1917 die Kunstbewegung „De Stij“ (Der Stil), eine Bewegung, die sich der abstrakten Kunst und Bildsprache verschrieben hatte. Van Doesburg wird gerne als „Prototyp der Avant-Garde“ bezeichnet. Während viele seiner Mitstreiter in ihren Ateliers kreativ waren und blieben, zog er in der Zwischenkriegszeit durch Europa, um für seine Bewegung zu werben, was ihn wiederum in seiner eigenen Kreativität inspirierte.

Theo Van Doesburg kam zum Beispiel in Paris in Kontakt mit den Dadaisten, was ihn dazu brachte, dadaistische Poesie zu verfassen. In Weimar stellte er seine avantgardistische Kunst den dort aktiven Architekten als „neue Ästhetik“ vor, was dort nicht unbedingt auf taube Ohren stieß. Vor allem das Bauhaus fand Gefallen an der Kunst von „De Stijl“. Van Doesburg sorgte dafür bei seinen Reisen, dass diese Avant-Garde nicht nur auf Gemälde oder andere plastische Kunst beschränkt blieb, sondern auch den Weg in die Architektur fand und in Möbeln oder Dekoration immer erkennbarer wurde.

Info:

Bozar, Ravensteinstraat 23, 1000 Brüssel, www.bozar.be.

Auch diese Ausstellung ist noch bis zum 29. Mai 2016 zu sehen.