13jährige im Chat zur Prostitution gezwungen

Die Staatsanwaltschaft von Antwerpen hat Ermittlungen in einem Fall von erzwungener Prostitution eines 13 Jahre alten Mädchens aufgenommen. Zwei noch unbekannte Männer, vermutlich Niederländer, haben sich an das Mädchen über soziale Netzwerke und einer niederländischen Chat-Webseite für Kinder herangemacht.

Das mittlerweile 13 Jahre alte Mädchen aus dem Antwerpener Raum hatte nach einer Meldung der flämischen Tageszeitung Het Laatste Nieuws ein Profil auf der niederländischen Webseite für Kinder, „Kinderchat.nl“. Von dort aus wurde das Kind bereits im Alter von 12 Jahren als Prostituierte angeboten. Die Antwerpener Staatsanwaltschaft versucht jetzt unter anderem herauszufinden, ob das Mädchen dieses Profil unter Zwang selbst angelegt hat oder ob es hinter ihrem Rücken in die Wege geleitet wurde.

Auf jeden Fall soll das junge Mädchen einem oder mehreren so genannten „Loverboys“ zum Opfer gefallen sein, junge Männer, die sich an junge Mädchen und junge Frauen heranmachen, um diese später sexuell auszubeuten, sprich auf den Strich zu schicken. Das Opfer soll mehrmals und über einen längeren Zeitraum hinweg von mehreren Personen vergewaltigt und missbraucht worden sein. Heute ist das Mädchen von der Justiz in einer sozialen Einrichtung untergebracht worden, wo es psychologisch betreut und vor ihren Peinigern beschützt wird.

Polizei und Staatsanwaltschaft suchen derzeit fieberhaft nach zwei Personen und haben dabei einen 25 Jahre alten Mann niederländischer Herkunft im Visier. Die beiden Verdächtigen sollen die „Loverboys“ bzw. die Zuhälter des Kindes gewesen sein. Gesucht werden aber auch weitere Erwachsene, die das Kind auf Vermittlung der Zuhälter vergewaltigt und missbraucht haben. Die Antwerpener Staatsanwaltschaft untersucht auch, wie es möglich sein kann, dass eine Chatwebseite für Kinder so einfach von Pädophilen genutzt werden kann und warum dies den niederländischen Behörden nicht aufgefallen ist.

"Vorsichtig sein, Loverboys melden!"

Unterdessen ruft das Kindersuchwerk Child Focus dazu auf, vorsichtig im Internet zu sein und verdächtige Anmache von „Loverboys“ oder Zuhältern, die dort nach Opfern suchen, zu melden. Junge Menschen sollten aktiv auf die Gefahren vor solchen Individuen im Internet gewarnt werden, so Child Focus im Hinblick auf diesen Fall.