N-VA: Harsche Kritik an Deutschland und der Türkei

Die flämischen Nationaldemokraten N-VA äußerte am Rande des EU-Flüchtlingsgipfels wieder deutliche Kritik an der Politik von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Nach Ansicht des N-VA-Europaabgeordneten Sander Loones trägt Deutschland Schuld daran, dass Europa in der Flüchtlingsfrage so abhängig von der Türkei ist.

Für die N-VA ist die Türkei mittlerweile ein Rotes Tuch. Angesichts der dort gehandhabten Flüchtlingspolitik und der Einschränkung von Demokratie und Pressefreiheit könne die Türkei niemals ein Mitglied der EU werden, so deren EU-Abgeordneter Sander Loones (kl. Foto): „Heute nicht und auch morgen nicht!“

Loones ärgert sich bereits seit geraumer Zeit an der Haltung der deutschen Bundeskanzlerin in der Flüchtlingsfrage: „Es stört mich maßlos, dass Frau Merkel Minigipfel mit dem türkischen Premierminister organisiert, bei denen Deals beschlossen werden, die sie dann später dem Rest der Europäischen Union aufdrängt. Das muss sich dringend ändern.“

Die Lage, in der man sich derzeit befinde, so der N-VA-Europapolitiker, sei ein „deutliches Erbe von Frau Merkel aber auch der laschen europäischen Spitzenpolitiker. Da ist ein echtes Umdenken vonnöten. Europa muss von seiner eigenen Stärke ausgehen. Wir müssen alles daransetzen, die Türkei in Zukunft nicht mehr nötig zu haben und dies alles eigenhändig zu regeln.“

Die N-VA, die auch auf belgischer Bundesebene in der Mehrheit sitzt, kritisiert auch, dass sich führende belgische Politiker, u.a. Premier Charles Michel (MR) mit ihren türkischen Amtskollegen treffen. Die beiden N-VA-Europapolitiker Sander Loones und Marc Demesmaeker nehmen schon lange den Standpunkt ein, dass die Türkei nicht in die EU gehört.