Belgische Medikamente für Drogen in Mexiko

Die Bundesstaatsanwaltschaft in Brüssel ermittelt gegen die sieben Manager von belgischen Pharmaunternehmen wegen umfangreichen Lieferungen von Medikamenten an ein mexikanisches Drogenkartell. Mit diesen Zutaten aus Belgien konnten Millionen Dosen Chrystal Meth (Archivfoto)hergestellt werden. Die Staatsanwaltschaft bestätigte einen entsprechenden Bericht der flämischen Tageszeitung Het Nieuwsblad.

Bei den an den mexikanischen Drogenbaron Ezio Figueroa Vazquez (kl. Foto) gelieferten Medikamenten handelt es sich um Produkte, die Ephedrin enthalten. Dieser Stoff ist auch Bestandteil von Nasentropfen oder Hustensäften. Doch Ephedrin wird auch zur Herstellung von Chrystal Meth genutzt, eine besonders süchtig machende und zerstörerische Droge.

Die Bundesstaatsanwaltschaft ermittelt in diesem Fall seit Jahren gegen sieben Manager von drei belgischen Pharmaunternehmen, weil diese zwischen 2007 und 2008 Millionen Ephedrin-haltige Medikamente an einen Drogenproduzenten in Mexiko geliefert haben. Die betroffenen Unternehmen verneinen die entsprechenden Lieferungen nicht, geben aber zu ihrer Verteidigung an, nicht gewusst zu haben, wer die Endabnehmer der Lieferungen seien und zu welchem Zwecke sie genutzt wurden.

Doch offenbar verfügt die Staatsanwaltschaft über Emails und Aufzeichnungen von abgehörten Telefongesprächen, die belegen sollen, dass die belgischen Pharma-Manager sehr wohl wussten, was sie da taten. Die belgische Justiz will sowohl die sieben Manager, als auch den mexikanischen Drogenbaron Ezio Figueroa Vazquez vor den Richter bringen. Vazquez sitzt in Mexiko in einem Gefängnis. Er soll mit den belgischen Zutaten Drogen mit einem Straßenverkaufswert von rund 360 Mio. € produziert haben. Am 5. April kommt der Vorgang vor die Ratskammer, die beschließen wird, ob die Angeklagten tatsächlich vor Gericht kommen.