Die Terrorzelle von Verviers war größer als erwartet

Im Januar 2015 hatte die belgische Polizei in Verviers bei Lüttich mit harter Hand eine mutmaßliche islamistische Terrorzelle ausgehoben. Dabei wurden zwei Personen von der Polizei getötet. Gegen 16 Personen ermittelt die Polizei in diesem Zusammenhang, doch nach Medienberichten sind offenbar noch neun weitere Verdächtige flüchtig.

Neben der Razzia in Verviers (Foto) hatte die Polizei am 15. Januar 2015 auch Hausdurchsuchungen und Verhaftungen in anderen Städten in Belgien durchgeführt - die meisten davon in Brüssel und um Umland der belgischen Hauptstadt. Dabei wurden 16 Personen festgenommen, gegen die seit dem ermittelt wird. Doch offenbar gibt es weitere Verdächtige, die noch auf den Fahndungslisten der belgischen Bundespolizei stehen.

Verschiedenen Medienberichten in Belgien zufolge soll es sich bei den flüchtigen Verdächtigen um zwei Personen mit belgischer Staatsangehörigkeit handeln und weiter um fünf Franzosen, einen Niederländer und um einen Marokkaner. Sowohl die Bundesstaatsanwaltschaft in Brüssel, als auch die Bundespolizei wollen diese Meldungen erst kommentieren, wenn die entsprechenden Ermittlungen Fortschritte gemacht haben.

Schlummert irgendwo noch eine Terrorzelle?

Zwei rund einen Monat nach den Attentaten von Paris im österreichischen Salzburg verhaftete Verdächtige konnten jetzt identifiziert werden. Es handelt sich bei ihnen um einen Pakistani und um einen Algerier, die sich im Zuge der Flüchtlingsbewegungen in Richtung Europa lange Zeit auf der griechischen Insel Leros aufgehalten haben sollen. Sie waren gleichzeitig mit zwei Irakern dort angekommen, die sich in Paris am 13. November 2015 in die Luft gesprengt hatten.

Eine Analyse der Mobiltelefone der beiden Verdächtigen ergab, dass sie in Griechenland Kontakt zu Abdelhamid Abaaoud hatten, dem mutmaßlichen Drahtzieher der Attentate von Paris und Organisator der Terrorzelle von Verviers. In einem der beiden Handys fand sich auch die Nummer eines in Belgien vorbestraften Algeriers, der zwei Tage nach der Razzia in Verviers in der griechischen Hauptstadt Athen verhaftet wurde. Dorthin war offenbar auch Abaaoud geflohen, als die Ermittler nach der Antiterroraktion im Januar 2015 auf ihn aufmerksam geworden waren.

Die Tatsache, dass die Polizei in Zusammenhang mit der Vervierser Terrorzelle und den Attentaten von Paris noch neun weitere Personen sucht und die Erkenntnisse, die nach der Verhaftung der in Salzburg verhafteten Verdächtigen gewonnen werden konnten, lassen darauf schließen, dass noch irgendwo in Europa ein Terrorkommando darauf wartet, zuzuschlagen, wie verschiedene Medien in Belgien und Frankreich vermuten.