Seit 2 Wochen Kontrollen an Grenze und Küste

Seit dem 24. Februar patrouillieren täglich rund 290 Beamte der belgischen Bundes- und der Lokalpolizei entlang der französischen Grenze und an den Stränden der Nordseeküste, vor allem rund um den Hafen von Zeebrügge (Foto), das Geschehen. Ziel dieser Aktion ist, Flüchtlinge und illegale Einwanderer daran zu hindern, von hier aus zu versuchen, nach England zu kommen.
Kurt Desplenter

Die belgischen Behörden fürchten illegale Flüchtlingslager, wie in Calais oder Dünkirchen, wie der Teufel das Weihwasser. Deshalb lassen die rund 290 Polizisten die Grenze zwischen Frankreich und der Provinz Westflandern und den Küstenstreifen bis etwa Zeebrügge ständig kontrollieren. Dies soll illegale Einwanderer auf dem Wag nach England davon abhalten, ihre Pläne von Belgien aus umzusetzen. Inzwischen kann die Polizei bestätigen, dass diese Kontrollen abschreckende Wirkung haben.

Philip Heymans, ein Kollege der VRT-Radionachrichten, ging einen Tag lang mit auf Patrouille der Schifffahrtspolizei von Zeebrügge, denn diese Einheit ist in diese Aktion mit einbezogen. Dass die Kontrollen abschreckende Wirkung haben, bestätigte Danny Jolyt, Hauptinspektor der Schifffahrtspolizei, gegenüber Heymans: „Vor einem oder zwei Monaten haben wir pro Nacht 20 bis 30 Transmigranten aufgegriffen. Diese Zahl ist deutlich zurückgegangen.“

Während unser Kollege mit den Schifffahrtspolizisten in ihren Büro in Zeebrügge sprach, brachten weitere Polizisten vier illegale Einwanderer mit auf die Wache. Bei ihrer Befragung wurde einmal mehr deutlich, welchen Versprechungen sie zum Opfer fallen. Einer der Aufgegriffenen, ein Iraner, hofft auf eine bessere Zukunft auf den britischen Inseln: „Dort können wir Englisch sprechen. Und ich habe gehört, dass ich meine Frau und mein vier Monate altes Baby in Großbritannien schneller nachkommen lassen kann, als in Belgien oder Deutschland.“

Die Polizisten durchsuchten die Iraner, die aus Calais kamen, gaben ihnen etwas zu essen und Medikamente und brachten sie in eine Zelle, von wo aus sie wieder nach Frankreich abgeschoben werden, wenn die in Belgien keinen Asylantrag stellen wollen.

Kurt Desplenter

Die Polizisten haben Formulare in vielen Sprachen dieser Welt auf Vorrat (kl. Foto). Hauptinspektor Jolyt sagte dazu, dass Albanisch, Arabisch, Farsi, Kurdisch und Hindi die häufigsten hier auftauchenden Sprachen seien.

Aufgegriffene Flüchtlinge können diese Formulare ausfüllen und angeben, von wo sie herkommen, wie sie nach hier gelangten, ob ihnen von Schleppern geholfen wurde und ob sie in Belgien einen Antrag auf Asyl stellen wollen. Doch das wollen die wenigsten. Die meisten hoffen auf ein Quäntchen Glück, dass ihnen dabei hilft, doch noch auf die britischen Inseln zu gelangen.

Die Schifffahrtspolizisten machen ihren Job gerne, so Inspektor Jolyt gegenüber dem VRT-Reporter. Und wenn es ihnen gelingt, Schlepper aus dem Verkehr zu ziehen, dann sind sie durchaus auch stolz auf ihre Arbeit. Wenn aber hilflose Kinder aufgegriffen werden, die sich alleine auf den Weg nach England gemacht haben, um dort ihre Eltern oder andere Verwandte zu finden, trifft dies die Beamten auch emotional. „Das nimmt man dann mit nach Hause“, so Jolyt.